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"Land wird gebraucht" Trump will Russland wieder in G7 aufnehmen

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Trump will Putin wieder an den Gesprächstisch holen.

(Foto: picture alliance / A. Lohr-Jones)

US-Präsident Trump spricht sich für eine Wiederaufnahme Russlands in den Kreis der führenden Industrienationen (G7) aus. Russland war im Zuge des Konflikts um die Ukraine vor vier Jahren aus der Gruppe der G8 ausgeschlossen worden. Der Kreml ist aber zurückhaltend.

US-Präsident Donald Trump will den Kreis der G7 wieder um Russland erweitern. "Russland sollte am Verhandlungstisch sitzen", sagte Trump am Freitag in Washington vor seinem Abflug zum Treffen der sieben wichtigen Industrienationen in Kanada. Russland war wegen der Annexion der ukrainischen Krim 2014 aus der G8 ausgeschlossen worden.

Die Aufgabe sei es, die Welt zu organisieren, und dazu werde Russland gebraucht. "Ich war Russlands schlimmster Albtraum, aber Russland sollte in diesem Treffen dabei sein", sagte der US-Präsident. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte schließt sich Donald Trumps mit der Forderung an, Russland wieder in den Kreis der größten Industriestaaten aufzunehmen. "Russland soll wieder in die G8. Das ist im Interesse aller", schrieb Conte auf Twitter

Die neue populistische Regierung in Italien aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega verfolgt generell eine Russland-freundliche Linie und will sich für ein Ende der Sanktionen gegen das Land einsetzen. Deutschland und andere G7-Partner haben eine Wiederaufnahme Russlands in das Gremium aber bisher klar abgelehnt. EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte: "Diese G7, so wie sie ist, ist eine gute Zahl."

Kreml zeigt sich zurückhaltend

Der Kreml äußerte sich jedoch zurückhaltend zum Vorschlag des US-Präsidenten. "Wir legen den Akzent auf andere Formate", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf Reisen in China, wie die Agentur Tass meldete. Vor einigen Tagen hatte Peskow schon gesagt, das die Bedeutung der Siebenergruppe großer Industriemächte für Russland sinke. Dafür wachse die Bedeutung der G20, in der Moskau aktiv mitarbeite.

Weil der Status der Krim unverändert ist, war eine Rückkehr Russlands in der G7 bisher kein Thema. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas hatten sich vor dem G7-Gipfel im kanadischen La Malbaie erneut dagegen ausgesprochen. Die Linke und die FDP plädieren für eine Wiederaufnahme Moskaus.

Schon vor dem Gipfel der sieben großen Industrienationen in Kanada war der Streit der G7-Partner mit Trump offen ausgebrochen. Nach Gesprächen mit dem kanadischen Gastgeber Justin Trudeau rief Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit scharfen Worten dazu auf, sich geschlossen der amerikanischen "Vormachtpolitik" zu widersetzen.

Die G7 gibt es seit mehr als 40 Jahren. Ihr gehören derzeit die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan an. Russland war 2002 als Vollmitglied in die G7 aufgenommen worden und machte sie damit vorübergehend zur G8.   Trump wird seit langem ein zu enges Verhältnis zu Moskau nachgesagt, namentlich zu Putin, den er noch nie für etwas kritisiert hat. Das Thema Russland beschäftigen Trump und das Weiße Haus seit der Wahl extrem. Ein Sonderermittler des FBI und der US-Kongress untersuchen eine russische Beeinflussung der US-Wahl 2016 und die Frage, ob Trump oder sein Team dabei heimlich mit Russland zusammenarbeiteten. Der US-Präsident weist das zurück. Er bezeichnet die Untersuchungen mit wachsender Aggressivität als Hexenjagd.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa/rts

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