Anlage nur eine "Brücke"Trumps Abschiebeknast "Alligator Alcatraz" steht vor dem Aus

Mit "Alligator Alcatraz" richtet der US-Bundesstaat Florida auf Wunsch des US-Präsidenten ein Abschiebegefängnis mitten im Sumpf ein. Doch nicht einmal ein Jahr nach Aufnahme des Betriebs könnte die Anlage schon wieder geschlossen werden.
Der Gouverneur des US-Bundesstaats Florida, Ron DeSantis, hat eingeräumt, dass das Abschiebegefängnis "Alligator Alcatraz" bald geschlossen werden können. "Es wird diskutiert", bestätigte der Republikaner entsprechende Gespräche mit der Trump-Regierung der "New York Times". "Es hat große Wirkung gezeigt", sagte er. "Wenn wir es morgen abschalten, können wir sagen, dass es seinen Zweck erfüllt hat."
Einen Zeitplan für einen Rückbau der Anlage gibt es bisher aber nicht. Im Anschluss könnte das Gelände wieder seiner ursprünglichen Funktion als Ausbildungsstätte für Piloten zugeführt werden. Grundsätzlich sei die Anlage auch nur als "Brücke" gedacht gewesen, so DeSantis.
Für die Regierung in Florida war die isolierte Einrichtung in den sumpfigen Everglades auch ein Kostenfaktor. Für den Betrieb fielen laut "New York Times" pro Tag rund eine Million Dollar an. Die Anlieferung von Ausrüstung und Versorgungsgegenständen ist aufgrund der abgelegenen Lage teuer. DeSantis hatte von Beginn des Projekts an erklärt, dass die Bundesregierung dem Bundesstaat die Kosten für den Betrieb des Zentrums erstatten würde. Florida hat jedoch die beantragten Gelder in Höhe von 608 Millionen Dollar für den etwa einjährigen Betrieb des Zentrums bislang noch nicht erhalten.
Die Einrichtung wurde im Sommer vergangenen Jahres eingerichtet und wurde von der Trump-Regierung auch symbolisch aufgeladen, um die harte Migrationspolitik für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Trump besichtigte die Einrichtung im vergangenen Jahr zusammen mit seiner damaligen Heimatschutzministerin Kristi Noem. Der Name "Alligator Alcatraz" entstand in Anlehnung an die berühmte Gefängnisinsel vor San Francisco und in Florida beheimatete Alligatoren.
Seit der Eröffnung der Anlage waren dort in Summe rund 22.000 Menschen inhaftiert. Parallel bietet die Anlage für jeweils knapp 1000 Personen Platz.
Insassen hatten immer wieder von verheerenden Zuständen in der Einrichtung berichtet. Dabei ging es um eine mangelhafte Essensversorgung und unhygienische Zustände. Zudem sollen auch erkrankte Personen mitunter keine entsprechende medizinische Versorgung erhalten haben, hatten US-Medien berichtet. Die Verantwortlichen des US-Bundesstaats Florida hatten die Berichte stets zurückgewiesen.