Riesiger Riss durch Saboteure?Trumps Erklärungen für gescheiterte Pool-Sanierung werden immer wilder

Die rund 14 Millionen Dollar teure Renovierung des berühmten Wasserbeckens am Lincoln Memorial entwickelt sich für Donald Trump immer mehr zum Albtraum. Der US-Präsident verbreitet zweifelhafte Theorien über die Ursachen - und bringt mal wieder Ex-FBI-Chef Comey in Verruf.
Die Bilder des algenverseuchten Reflecting Pools in Washington, dessen neue Farbe sich vom Boden des Wasserbeckens löst, scheinen US-Präsident Donald Trump nicht loszulassen. "Von den VIELEN Statuen und Springbrunnen, die wir wieder aufgebaut, renoviert, gereinigt und repariert haben", sei der Reflecting Pool der einzige gewesen, der "mutwillig beschädigt wurde", schreibt Trump am Morgen (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social.
Darum werde sich so schnell wie möglich gekümmert. Bei den Ursachen dafür, dass sich der neue Boden stellenweise ablöst, fabuliert Trump über einen "300 Fuß (etwa 90 Meter) langen Riss", der dem Beckenboden - in Trumps Vorstellung offenbar von Saboteuren - verpasst worden sei. Auch seien Chemikalien illegal ins Wasser gegeben worden. Tatsächlich hatten Mitarbeiter des National Park Service Wasserstoffperoxid in das Becken gegeben, um die nach der Renovierung zurückgekehrten Algen zu bekämpfen.
Trump bringt auch Ex-FBI-Chef James Comey mit angeblichen Sabotageaktionen rund um das Wasserbecken in Verbindung: "Die wunderschöne neue Rasenfläche wurde durch die chemische Einätzung der riesigen Zahlen '86 47' zerstört (wahrscheinlich inspiriert von 'Dirty Cop' James Comey!)" - wovon Trump hier spricht, ist unklar.
Der US-Präsident erinnerte zum wiederholten Male daran, dass die Zerstörung oder der Versuch der Zerstörung "solcher Objekte" eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren bedeute, "die auch konsequent vollstreckt wird". Schon am Sonntag hatte Trump "schreckliche Vandalen" als Schuldige für das Fiasko um den Reflecting Pool ausgemacht, die "ätzende und zerstörerische Chemikalien in das Becken" gegossen hätten.
Kritiker sind der Meinung, bei der Sanierung seien wesentliche Maßnahmen auf der Strecke geblieben. Trump hingegen nannte die Sanierung einen Erfolg, der Pool habe "perfekt funktioniert". Nun müsse man einen Großteil des Wassers ablassen, um die notwendigen Reparaturen durchzuführen. In Washington wurden am Wochenende mehrere Personen wegen angeblichem Vandalismus an dem Wasserbecken festgenommen, wie die "Washington Post" berichtet.
Die Umstände aller Fälle seien nicht ganz klar, doch einer der Beschuldigten erklärte gegenüber der Zeitung, er habe die abblätternde Farbe zwar berührt, aber keinen Schaden verursacht. Eine andere Beschuldigte sei dabei gehört worden, wie sie den Beamten erzählte, sie habe "ein Stück der im Wasser treibenden Farbe" herausgeholt.
Die jüngste Sanierung für rund 14,2 Millionen US-Dollar (etwa 12,4 Millionen Euro) hatte politisch für Diskussionen gesorgt. US-Medien berichteten, dass die Regierung die Aufträge ohne Ausschreibung an ausgewählte Unternehmen vergeben habe. Die Regierung begründete dies mit Zeitdruck vor den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten am 4. Juli.
Das rund 600 Meter lange Wasserbecken liegt zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument. Es bildete auch die Kulisse, vor der Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. 1963 seine berühmte Rede "I Have a Dream" hielt.