"Kampf für die ganze Welt"Trumps Grönland-Pläne bringen Tausende Dänen auf die Straße

Mit seiner Idee, den USA Grönland einzuverleiben, trifft Trump in Dänemark auf wenig Gegenliebe. Stattdessen drücken Tausende auf den Straßen ihre Solidarität mit den Bewohnern der Arktisinsel aus. Besuch in Kopenhagen gibt es zudem von US-Parlamentariern.
In Dänemark haben Tausende Menschen als Zeichen der Solidarität mit Grönland gegen die US-Regierung und deren Besitzansprüche auf die Arktisinsel protestiert. Hunderte waren allein in der Hauptstadt Kopenhagen auf der Straße. "Die Botschaft aus Kopenhagen ist laut und deutlich. Grönland ist keine Handelsware", sagte Oberbürgermeisterin Sisse Marie Welling dänischen Medien zufolge.
Auf dem Rathausplatz waren etliche Grönland- und Dänemarkfahnen zu sehen. Die riesige Arktisinsel, die Trump für die Sicherheit der USA übernehmen will, ist Teil des Königreichs Dänemark. "Grönland steht nicht zum Verkauf", war auf einem Schild der Demonstranten zu lesen. Auch in weiteren dänischen Städten und auch auf Grönland selbst sind heute Demonstrationen gegen die US-Politik geplant.
"Wir fordern die Achtung des Selbstbestimmungsrechts Grönlands und die Achtung des grönländischen Volkes. Dies ist nicht nur ein Kampf für Grönland, sondern auch für die ganze Welt", hatte Poul Johannesen, Initiator der grönländischen Bürgerinitiative "Hände weg von Kalaallit Nunaat", zur Ankündigung der Demonstration auf Grönland gesagt.
Vor dem Start der Kopenhagener Demo bekräftigten mehrere US-Parlamentarier ihre Unterstützung des Widerstands gegen Trump. "Grönland ist Teil Dänemarks, und Dänemark ist ein Nato-Verbündeter", sagte der demokratische Senator Chris Coons während einer Pressekonferenz in der dänischen Hauptstadt. "Meiner Meinung nach sollte damit diese Diskussion beendet sein."
Nato-Soldaten auf Grönland
Trump hatte wiederholt gesagt, dass die Vereinigten Staaten das größtenteils von Eis bedeckte Grönland übernehmen wollen. Trump begründet dies mit einer Bedrohung durch China und Russland in der Region. Ländern, die gegen sein Vorhaben eintreten, drohte er zuletzt mit Strafzöllen.
Coons bezeichnete die Aussagen als "nicht konstruktiv". Die derzeitige Behandlung Dänemarks könnte der Beziehung beider Länder nachhaltig schaden. Wie könne den USA vertraut werden, wenn der Nato-Verbündete Dänemark im Stich gelassen werde, fragte der den Bundesstaat Delaware vertretende Coons. Die Delegation kündigte an, mit US-Außenminister Marco Rubio Kontakt aufnehmen zu wollen.
Die elf US-Parlamentarier, die nach Dänemark gereist waren, versuchten zu verdeutlichen, dass Trumps Vorhaben in den USA auch auf Widerstand stoße. Zwar gehörten zu der Gruppe nur zwei Vertreter von Trumps republikanischer Partei. Dies sei aber kein Zeichen dafür, dass sich die Republikaner in Gänze nicht für das Thema interessierten oder schon für eine Seite entschieden hätten, sagte die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski.
Auf Grönland waren am Freitagabend Soldaten und weitere Militärangehörige aus europäischen Nato-Staaten um Deutschland eingetroffen. Das Bundeswehr-Team und seine Verbündeten sind für eine Erkundungsmission vor Ort und sollen nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen - mit dem Ziel, für mehr Sicherheit zu sorgen. Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Teams.