Politik

Erneute Festnahmewelle Türkei fasst 160 angebliche Gülen-Anhänger

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Der türkische Präsident Erdogan rechtfertigt sein massives Vorgehen als notwendige Antwort auf die Bedrohung der Sicherheit in der Türkei.

(Foto: REUTERS)

Fast 700 Haftbefehle erlässt die Türkei gegen mutmaßliche Anhänger des islamischen Predigers Gülen erlassen. Unter ihnen sind Soldaten, Polizisten und Justizbeamte. Trotz massiver Kritik der EU und von Menschenrechtlern verschärft Ankara so erneut sein Vorgehen.

Die türkische Polizei hat fast 160 Menschen wegen mutmaßlicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung festgenommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden insgesamt fast 700 Haftbefehle gegen mutmaßliche Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen ausgestellt, der von der Regierung für den Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan 2016 verantwortlich gemacht wird. Unter den Beschuldigten sind demnach Soldaten, Polizisten und Justizbeamte.

Mindestens 159 Menschen wurden laut Anadolu bereits festgenommen. Die Fahndung nach den anderen Verdächtigen dauere noch an. In der Hauptstadt Ankara hat die Staatsanwaltschaft dem Bericht zufolge Haftbefehle gegen 467 Menschen ausgestellt, die 2009 ein Auswahlverfahren der Polizei manipuliert haben sollen, um Gülen-Anhänger auf wichtige Posten zu bringen. Weitere Ermittlungsverfahren laufen demnach in anderen Städten.

Die Regierung hat ihr massives Vorgehen gegen mutmaßliche Anhänger der Bewegung des im US-Exil lebenden Gülen verschärft. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft seinem einstigen Mitstreiter vor, hinter dem Putschversuch im Juli 2016 zu stecken, bei dem rund 250 Menschen getötet wurden. Die Polizei unternimmt immer wieder Razzien gegen mutmaßliche Anhänger Gülens, der jede Verstrickung in den Putschversuch bestreitet und seit 1999 im US-Bundesstaat Pennsylvania lebt.

Seit dem Putschversuch wurden rund 80.000 Menschen angeklagt. Etwa 150.000 Beschäftigte unter anderem in der Verwaltung und im Militär wurden entlassen oder vom Dienst suspendiert. Die Europäische Union und Menschenrechtsgruppen haben das massive Vorgehen kritisiert. Erdogan rechtfertigt es als notwendige Antwort auf die Bedrohung der Sicherheit.

Quelle: ntv.de, agr/AFP