Politik

UN-Truppen in Nordsyrien Türkei geteilter Meinung bei AKK-Vorschlag

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Der türkische Außenminister Cavusoglu (r.) schüttelt dem deutsche Kollegen Maas die Hand.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die SPD gibt sich verschnupft, die internationalen Partner sind ratlos: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat mit ihrer Idee einer internationalen Mission in Nordsyrien für Irritation gesorgt. Auch die Türkei weiß nicht so recht, was sie mit dem Vorschlag anfangen soll.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hält den Syrien-Vorschlag von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer für unrealistisch. In einer Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Heiko Maas in Ankara sagte er, zunächst einmal müsse man sich in Deutschland untereinander einigen, es gebe da ja unterschiedliche Meinungen.

Kramp-Karrenbauer hatte Anfang der Woche ohne vorherige Absprache innerhalb der Bundesregierung vorgeschlagen, in Nordsyrien eine Sicherheitszone einzurichten, die von UN-Truppen geschützt wird. Maas und die SPD hatten sich zunächst nicht hinter den Vorschlag gestellt. Bei seinem Besuch in Ankara wollte der deutsche Außenminister auf eine dauerhafte Waffenruhe drängen.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar hatte zuvor deutlich positiver auf den Vorschlag von Kramp-Karrenbauer reagiert. In einem Transkript eines Gesprächs mit türkischen Journalisten, das auf der Webseite des Verteidigungsministeriums veröffentlich wurde, heißt es: "Das ist ein Thema, worüber man reden kann, man kann darüber sprechen." Es müsse geprüft werden, ob das Angebot mit den Bestrebungen der Türkei "konform" sei und "kombiniert" werden könne.

Die Türkei war vor gut zwei Wochen in Nordsyrien einmarschiert, um die von ihr als Terrororganisation angesehene Kurdenmiliz YPG zu verdrängen. Die Türkei und Russland haben sich inzwischen darauf verständigt, nordsyrische Grenzgebiete zur Türkei gemeinsam zu kontrollieren. Eine mit Russland vereinbarte Feuerpause zum Abzug der YPG-Kämpfer soll am Dienstagabend Ortszeit auslaufen.

Quelle: ntv.de, shu/chr/dpa

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