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Staatsbürgerschaft gegen Geld Türkei lockt Investoren mit Pässen

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Metropole mit vielen Gesichtern: Der Fähranleger vor der Istanbuler Süleymaniye-Moschee.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit einem Sonderprogramm lockt die Türkei ausländische Investoren: Wer eine bestimmte Summe im Land investiert, kann den türkischen Pass erhalten. Vor allem Personen aus dem Nahen Osten machen von dieser Aktion Gebrauch - und sichern sich damit gleich mehrere Vorteile.

Wer am neuen Istanbuler Flughafen ankommt, der wird mit einer speziellen Begrüßung überrascht. "Willkommen in Istanbul", steht es auf Englisch auf einem Plakat. "Werde türkischer Staatsbürger mit einer Investition von 250.000 US-Dollar." Zu sehen sind darauf zwei türkische Pässe.

Um die eigene Wirtschaft anzukurbeln lockerte die Türkei die Bedingungen für den Erwerb der türkischen Staatsbürgerschaft. Rund 1000 Ausländer, die in der Türkei investiert haben, haben seitdem die türkische Staatsbürgerschaft erhalten, wie eine aktuelle Statistik des türkischen Innenministeriums zeigt. Die meisten neuen Staatsbürger kommen aus dem Iran (253), dem Irak (143), gefolgt vom Jemen (97), Afghanistan (94) und Syrien (59).

Für Personen aus diesen Ländern bietet der türkische Staat durchaus Vorteile. Aus ihrer Sicht ist die Türkei weniger repressiv, jedoch stabiler als die eigene Heimat, der türkische Pass ermöglicht zudem mehr Reisefähigkeiten als die Dokumente aus der Heimat. Nach Angaben von Medienberichten lassen sich damit rund 140 Länder visafrei bereisen.

Um den Pass zu erhalten, müssen Ausländer entweder 500.000 US-Dollar auf ein türkisches Bankkonto einzahlen, und das Geld dort mindestens drei Jahre stehen lassen, oder eine Immobilie im Land von einem Mindestwert von 250.000 US-Dollar erwerben. Anschließend müssen die Antragssteller dann eine Sicherheitsprüfung durchlaufen, die mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Ist das Sicherheitszeugnis einwandfrei, wird die Staatsbürgerschaft gewährt.

Währungskrise geht weiter

Zwar haben Ausländer im Jahre 2017 in der Türkei Immobilien im Wert von 4,6 Milliarden US-Dollar gekauft, ein Großteil davon nach offiziellen Angaben von Personen aus dem Irak, Saudi-Arabien und Kuwait, doch die Lira-Krise hält unvermindert an. Die im September gestartete Kampagne ist nur eine weitere Maßnahme, die eigene Wirtschaftskrise zumindest etwas abmildern zu können.

Erst am Freitag senkte die US-Ratingagentur Fitch die Einstufung für die Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe von "BB" auf "BB-". Damit sackt das Land noch tiefer in den "Ramschbereich" ab, wo nur noch spekulativ eingestellte Investoren zugreifen. Es könnte noch weiter nach unten gehen, denn den Ausblick behielt Fitch mit "Negativ" bei.

Quelle: n-tv.de

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