Politik

Kämpfe in Syrien halten an Türkei verlegt Truppen an Grenze

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Ein türkischer Konvoi auf dem Weg zur syrischen Grenze.

(Foto: dpa)

Die Kämpfe zwischen syrischen Rebellen und der Regierung greifen immer wieder auf die Nachbarländer über. Die Türkei zieht daraus Konsequenzen und verlegt gepanzerte Fahrzeuge und schwere Waffen. Auch die Freie Syrische Armee bewegt sich - ihre Führung agiert nun erstmals von syrischem Gebiet aus.

Das türkische Militär hat Medienberichten zufolge gepanzerte Fahrzeuge und schwere Waffen an die Grenze zu Syrien verlegt. Der Aufmarsch fand demnach in der Nähe eines Grenzübergangs statt, an dem türkische Zivilisten vor einigen Tagen Schusswunden erlitten, während auf der syrischen Seite gekämpft wurde. CNN Türk berichtete, in der Nacht zum Samstag sei Panik unter Bewohnern des Gebiet ausgebrochen, als ganz in der Nähe der Grenze Artilleriefeuer niedergegangen sei.

Das Nato-Mitglied Türkei hat in den vergangenen Monat bereits mehrmals Truppen an der 911 Kilometer langen Grenze zu Syrien stationiert, als die Kämpfe zwischen Rebellen und den Einheiten von Präsident Baschar al-Assad zunahmen und gleichzeitig immer mehr Flüchtlinge sich in die Türkei absetzten. Es wird befürchtet, dass der syrische Bürgerkrieg die gesamte Region erfassen könnte. Der türkische Premier Tayyip Erdogan zählt zu den schärfsten Kritikern Assads.

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Die Freie Syrische Armee kann weitere Landgewinne melden und versucht nun, eroberte Regionen miteinander zu verbinden.

(Foto: REUTERS)

Eine der größten bewaffneten Rebellenorganisationen, die Freie Syrische Armee (FSA), verlegte unterdessen erstmals ihre Führung vom türkischen Exil in syrische Gebiete, die mittlerweile unter der Kontrolle der Aufständischen stehen sollen. In einem Internet-Video teilte die FSA mit, ihre Führung befinde sich jetzt in den "befreiten Regionen" in Syrien. Dort gab es unterdessen heftige Kämpfe, vor allem in der Provinz Aleppo.

"Befreite" Regionen wachsen zusammen

FSA-Chef Riad al-Assad sprach in dem Video von "einer guten Nachricht für unser freies und heroisches syrisches Volk". Die Freie Syrische Armee hatte sich im Juli vergangenen Jahres aus Deserteuren der regulären syrischen Truppen gebildet. Der heutige FSA-Chef Al-Assaad, ein ehemaliger Oberst der syrischen Armee, war damals in die Türkei geflohen, um gegen die gewaltsame Unterdrückung von Demonstrationen in seinem Land zu protestieren.

Inwieweit der Schritt darauf schließen lässt, dass die FSA sich in Syrien auf dem Vormarsch sieht, war zunächst unklar. Sie machte auch keine Angaben dazu, wo ihre Kommandozentrale künftig ansässig sein wird. Innerhalb der FSA gab es in der Vergangenheit immer wieder Konflikte. Insbesondere zwischen der Führung unter al-Assaad, die bislang in der Türkei stationiert war, und dem für den Kampf in Syrien selbst zuständigen Oberst Kassem Saadeddin traten Spannungen auf.

Bei Angriffen und Kämpfen im Gebiet der syrischen Metropole Aleppo wurden derweil nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens elf Soldaten und fünf Rebellen getötet. Schwere Gefechte gab es demnach in den Ortschaften Orm und Kafar Dschum im Westen der Provinz Aleppo. Die syrische Armee will offenbar verhindern, dass die Rebellen dieses Gebiet nach weiteren Bodengewinnen mit der Provinz Idlib verbinden, weil sie dann die Kontrolle über eine bis zur türkischen Grenze reichende Region innehätten.

Rebellen schießen Kampfjet ab

Die Rebellen haben es einem Augenzeugen zufolge zum zweiten Mal geschafft, einen . Die Aufständischen hätten einen Militärstützpunkt bei der Stadt Atarib in der nördlichen Provinz Idlib angegriffen. Als der Jet über die Rebellen hinweg geflogen sei, hätten sie ihn mit einer Flugabwehrwaffe getroffen. Ende Augusts haben sie nach eigenen Angaben schon einmal einen Kampfjet in der Provinz an der Grenze zur Türkei abgeschossen. Wenige Tage zuvor hatten sie einen Militär-Hubschrauber abgeschossen.

Frankreich brachte über einen ranghohen Vertreter in Washington erneut eine Flugverbotszone ins Spiel. Eine Zustimmung Chinas und Russlands im UN-Sicherheitsrat zur Flugverbotszone, die militärisch abgesichert werden müsste, gilt jedoch als ausgeschlossen. Die Rebellen fordern eine Flugverbotszone als Schutz vor Angriffen der syrischen Luftwaffe.

Quelle: ntv.de, AFP/rts