Politik

Saudischer Journalist vermisst Türkei vermutet Mord in Konsulat

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Seit mehreren Tagen fehlt von dem saudischen Regierungskritiker Jamal Khashoggi jede Spur.

(Foto: REUTERS)

Seit dem Besuch des saudischen Konsulats in Istanbul ist der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi verschwunden. Die Türkei geht von einem Mord aus. Riad weist die Vorwürfe zurück.

Die türkische Polizei geht Ermittlerkreisen zufolge von der Ermordung eines saudi-arabischen Journalisten im Konsulat seines Landes in Istanbul aus. "Wir glauben, dass der Mord vorsätzlich geschehen ist und die Leiche anschließend aus dem Konsulat gebracht wurde", sagte einer der beiden türkischen Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Wie der bekannte saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi ihrer Meinung nach getötet wurde, ist derzeit unklar. Ein Vertreter des saudi-arabischen Konsulats wies die Darstellung als haltlos zurück. Der Generalkonsul des Königreichs sagte zuvor, sein Land helfe bei der Suche nach Khashoggi.

Der 59-jährige Khashoggi, der unter anderem für die "Washington Post" schreibt, war am Dienstag in das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul gegangen, um ein Dokument für seine Hochzeit abzuholen. Laut seiner Verlobten, die währenddessen draußen wartete, kam er nicht wieder heraus. Die saudiarabischen Behörden erklärten hingegen am Donnerstag, Khashoggi sei erst nach Verlassen des Konsulats verschwunden.

In türkischen Sicherheitskreisen hieß es, dass an dem Tag 15 Saudi-Araber, darunter Mitarbeiter der Regierung, an Bord von zwei Flugzeugen in Istanbul gelandet seien, das Konsulat aufgesucht und das Land später verlassen hätten.

Der frühere Regierungsberater Khashoggi war im September 2017 aus Furcht vor einer Festnahme ins US-Exil gegangen. Er hatte wiederholt die Politik des mächtigen Kronprinzen bin Salman sowie die Militärintervention des Königreichs im Jemen kritisiert. Bin Salman hat zwar weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen eingeleitet, doch zugleich die Repression gegen Kritiker und Oppositionelle verschärft.

Das Verschwinden Khaschoggis dürfte die Spannungen zwischen den Regionalmächten Türkei und Saudi-Arabien weiter verschärfen. Die Beziehungen hatten sich vergangenes Jahr verschlechtert, nachdem die Türkei Truppen nach Katar entsandt hatte, das von Saudi-Arabien mit einem Embargo belegt wurde.

Quelle: ntv.de, uzh/rts/AFP