Wahre Zahl wohl deutlich höherUN: Mindestens 38.000 Frauen im Gazastreifen getötet

Viele Leichen sind im Gazastreifen noch unter den Trümmern verborgen. Von den offiziell gezählten Opfern sind laut Vereinten Nationen gut die Hälfte Frauen und Mädchen. Tausende Überlebende sind von den israelischen Angriffen für immer gezeichnet.
Bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach einer Analyse der UN-Organisation für Frauen (UN Women) seit Oktober 2023 und bis Ende 2025 mehr als 38.000 Frauen und Mädchen umgekommen. Damit sind gut die Hälfte aller offiziell gezählten Opfer Frauen und Mädchen gewesen. In diesem Zeitraum seien jeden Tag durchschnittlich mindestens 47 Frauen und Mädchen getötet worden.
Die palästinensischen Gesundheitsbehörden geben die geschätzte Gesamtzahl der Todesopfer bis Ende 2025 mit gut 71.000 an. Mitte April lag die Zahl bei mehr als 72.000, weil Israel trotz der Waffenruhe seit Oktober 2025 weiterhin vereinzelt Angriffe durchführt.
UN-Organisationen schätzen, dass die wahren Toten-Zahlen noch deutlich höher liegen, weil bis heute noch viele Leichen unter Trümmern verborgen sind und die Dokumentation sämtlicher Todesfälle und Verletzungen wegen der verheerenden Zerstörungen im Gazastreifen schwierig ist.
11.000 Frauen und Mädchen hätten mit Verletzungen überlebt, die lebenslange Behinderungen bedeuteten, berichtet die Organisation weiter. Bis heute seien Frauen und Mädchen vom Kriegsgeschehen besonders betroffen. Viele hätten keinen Zugang zu Hygieneartikeln wie Monatsbinden. Manche vertriebene Frauen hätten in Zelten oder im Freien entbinden müssen, weil kein Transport in Krankenhäuser zur Verfügung stand, berichtet die Direktorin des UN Women-Büros in Genf, Sofia Calltorp.
Mit dem Krieg will Israel die im Gazastreifen beheimatete Terrororganisation Hamas vernichten. Sie hat zusammen mit anderen Terroristen am 7. Oktober 2023 Anschlägen in Israel verübt, bei denen mehr als 1200 Menschen umgebracht und Dutzende Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden.
Vor dem Internationalen Gerichtshof muss sich Israel gegen den Vorwurf des Völkermords im Gazastreifen verteidigen. Gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und den früheren Verteidigungsminister Joav Galant liegen Haftbefehle vom Internationalen Strafgerichtshof wegen mutmaßlicher Verbrechen im Gaza-Krieg vor.