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Wieder Anschlag in Jemen UN kündigen neue Friedensgespräche an

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(Foto: dpa)

Tausende Todesopfer hat der Krieg im Jemen bereits gefordert. Viele Menschen haben weder Strom und sauberes Wasser noch Zugang zu Schulen und Kliniken. Die UN hat nun Friedensgespräche angekündigt.

In dem seit Monaten andauernden Konflikt zwischen Regierungstruppen und schiitischen Rebellen im Jemen startet die UNO einen neuen Vermittlungsversuch. Fast sechs Monate nach Beginn der Luftangriffe einer von Saudi-Arabien angeführten Allianz auf den Jemen sind die Konfliktparteien zu neuen Friedensverhandlungen bereit.

Nach Angaben des Sondergesandten der Vereinten Nationen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, sollen die Gespräche in der kommenden Woche in der Region beginnen. Ort und Zeitpunkt sollen noch bekanntgegeben werden, erklärte der UN-Vermittler. Eines der Hauptziele der Verhandlungen ist eine Waffenruhe. Die jemenitische Exilregierung sagte ihre Teilnahme an den Friedensgesprächen zu. Und auch die Huthi-Rebellen haben laut des Sondergesandten ihre Teilnahme angekündigt.

20 Tote bei Angriff auf Markt

Derweil sind bei einem Angriff auf einen belebten Markt im Osten Jemens mindestens 20 Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, als Rebellen den Markt in der Stadt Marib mit Raketen beschossen. Wenige Stunden zuvor waren bei Angriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärallianz in der Region um Marib sieben Rebellen getötet worden. Bei einem Luftangriff in Sanaa wurde das Gebäude des Staatsfernsehens komplett zerstört. Wie Augenzeugen berichteten, wurde neben dem Studio von Saba TV auch das Studio eines weiteren Fernsehsenders getroffen.

Im Juni waren Friedensgespräche unter UN-Vermittlung ohne Einigung auf eine Feuerpause beendet worden. In dem bitterarmen arabischen Land kämpfen schiitische Huthi-Rebellen mit ihren Verbündeten seit Monaten gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der Ende März nach Saudi-Arabien ins Exil geflohen war. Seither fliegt ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis Luftangriffe auf Stellungen der Huthis. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass der Verbund eine Bodenoffensive zur Befreiung Sanaas vorbereite. Die Hauptstadt wird von den Huthis beherrscht.

Araber schicken Verstärkung

Die arabische Militärallianz schickte Verstärkung in den Jemen. Mindestens 40 Armeefahrzeuge überquerten die Grenze zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen, wie ein Reporter am Grenzübergang Wadia berichtete. An Bord der Transporter waren jemenitisiche Einheiten, die in Saudi-Arabien ausgebildet wurden, sowie ausländische Kämpfer, zu deren Nationalität keine Angaben gemacht wurden. Mit der Verstärkung der Truppen solle die Rückeroberung der Hauptstadt Sanaa vorbereitet werden, erklärte ein jemenitischer Militärvertreter.

Das Machtvakuum in dem Land mit rund 26 Millionen Einwohnern wird auch von Terrororganisationen ausgenutzt. Sowohl die Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) als auch Anhänger der Miliz Islamischer Staat (IS) sind dort aktiv. Nach UN-Schätzungen benötigen inzwischen 80 Prozent der Menschen humanitäre Hilfe; mehr als 4000 wurden in den vergangenen sechs Monaten bei den Kämpfen getötet. Bei den Kämpfen kamen nach Angaben des indischen Außenministeriums auch mindestens sechs indische Seeleute um. Sie wurden auf zwei Booten vor der Küste des Jemens Opfer der Luftangriffe des von Saudi-Arabien geführten Bündnisses. Laut Medienberichten galt der Angriff der Kampfjets Benzinschmugglern.

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(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa/AFP

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