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Verhandlungen in Doha beendet US-Diplomat: Stehen vor Einigung mit Taliban

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Afghanische Sicherheitskräfte in der Stadt Kundus.

(Foto: AP)

Seit vergangenen Sommer verhandeln die USA mit den Taliban über einen Frieden in Afghanistan. Nun scheint ein Abkommen in greifbarer Nähe. Unterdessen gehen die Gefechte im Nordwesten des Landes weiter.

Die Gespräche über Wege zum Frieden in Afghanistan zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban stehen offenbar kurz vor einem Abschluss. "Wir stehen an der Schwelle eines Abkommens", schrieb der US-Chefunterhändler Zalmay Khalilzad auf Twitter. Dieses Abkommen solle die Gewalt im Land reduzieren und den Afghanen die Möglichkeit geben, gemeinsam über einen "ehrenwerten und nachhaltigen Frieden und ein einheitliches, souveränes Afghanistan zu verhandeln", das keine anderen Länder bedrohe.

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Die jüngste, mittlerweile neunte Gesprächsrunde in Doha sei beendet, schrieb Khalilzad weiter. Er reise nun nach Kabul weiter. Es wird erwartet, dass Khalilzad in der afghanischen Hauptstadt die dortige Regierung über die Fortschritte bei den Gesprächen informiert. Auch die Taliban zeigten sich optimistisch. Einige technische Details würden am Nachmittag noch ausgebügelt, schrieb der Sprecher des politischen Büros der Taliban in Doha, Suhail Schahin, auf Twitter. Er versicherte, dass man kurz vor dem "Ende der Besatzung" und vor einer friedlichen Lösung stehe.

Innenministerium dementiert Taliban-Offensive

Unterdessen gehen die Gefechte zwischen den Taliban und den Regierungstruppen weiter. Einen Tag nach ihrem Überfall auf die Stadt Kundus, bei dem auch ein Feldlager der Bundeswehr beschossen wurde, haben Kämpfer der radikalislamischen Miliz die Provinzhauptstadt Pul-e Chumri angegriffen. Laut der Provinzrätin Hajatullah Wafa begann der Angriff gegen 1.00 Uhr (Ortszeit). Die Taliban hätten das Gebiet Band-e Du in der Stadt eingenommen, die Kämpfe würden andauern. Sollte die Regierung in Kabul nicht handeln, erwarte sie eine "Katastrophe".

Der Provinzrat Asadullah Schahbas sagte, es sei noch keine Verstärkung in der Stadt eingetroffen. Allerdings gebe es unweit der Stadt eine große Militärbasis, deshalb hoffe er auf baldiges Eintreffen von Nachschubkräften. Ein Sprecher des Innenministeriums teilte mit, es handle sich um keine Offensive der Taliban. Es seien lediglich Angreifer in zwei Gebieten der Stadt. Sicherheitskräfte hätten die Taliban-Kämpfer umzingelt.

Seit Juli 2018 sprechen die USA direkt mit Vertretern der Taliban über eine politische Lösung des bald 18 Jahre dauernden Konflikts. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge sowie Garantien der Taliban, dass Afghanistan kein sicherer Hafen für Terroristen wird. Die Gespräche sollen zu innerafghanischen Friedensgesprächen führen. Bisher hatten sich die Taliban geweigert, direkt mit der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als Marionette des Westens betrachten. Auch ein Waffenstillstand soll Thema sein.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa