Politik

Kämpfe um Stahlwerk US-Experten rechnen mit baldigem Fall Mariupols

Nach Wochen der Belagerung scheint sich der Kampf um Mariupol dem Ende zu nähern. US-Militärexperten gehen davon aus, dass Kreml-Verbände die strategisch wichtige Hafenstadt in den nächsten Tagen vollständig erobern werden. Nach Angaben der prorussischen Separatisten wird derzeit noch um ein großes Stahlwerk gekämpft.

Ukrainischen Angaben zufolge konzentrieren sich die russischen Truppen weiter auf die Eroberung der südlichen Hafenstadt Mariupol. Das teilte der ukrainische Generalstab in seinem auf Facebook veröffentlichten morgendlichen Lagebericht mit. Die Militärexperten des US-Kriegsforschungsinstituts Institute for the Study of War (ISW) stellten in ihrer jüngsten Ukraine-Analyse fest, dass die russischen Streitkräfte "wahrscheinlich" in den kommenden Tagen die Eroberung von Mariupol abschließen könnten.

Nach Angaben der prorussischen Separatisten konzentrieren sich die Kämpfe in der Großstadt am Asowschen Meer auf ein großes Stahlwerk und auf den Hafen. "Es ist eine Stadt in der Stadt", beschrieb der Kommandeur der separatistischen Kräfte aus Donezk, Eduard Bassurin, das Industriegebiet. "Es gibt mehrere unterirdische Ebenen aus der Sowjetzeit, die man nicht von oben bombardieren kann, sondern unterirdisch säubern muss." Das wird "einige Zeit dauern", sagte Bassurin dem russischen Sender Perwy Kanal.

Seinen Angaben zufolge kämpfen dort "3000 bis 3500" ukrainische Soldaten sowie eine unbestimmte Anzahl Zivilisten, die zu den Waffen gegriffen haben. Seine Truppen blockierten die Ausgänge zum Tunnelsystem und warteten auf die Kapitulation der Gegner. Darüber hinaus gebe es aber auch noch Widerstandsnester im Zentrum der Stadt.

Mariupol ist für Russland von strategischer Bedeutung, da die Stadt eine Landverbindung zwischen der 2014 annektierten Krim-Halbinsel und der von den Separatisten kontrollierten Region in der Ostukraine herstellen würde. Nach Wochen der Belagerung liegt die Metropole weitgehend in Trümmern. Die humanitäre Lage ist nach Angaben Russlands und der Ukraine katastrophal. Die ukrainischen Behörden gehen von Zehntausenden Toten in der Stadt aus.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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