Trotz Millionen neuer AktenUS-Justiz sieht keine weiteren Anklagen im Epstein-Skandal

Im Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein tun sich immer größere Abgründe auf. Am Wochenende werden erneut Millionen Dokumente veröffentlicht. Darin finden sich Fotos vieler Prominenter. Dennoch scheint es für sie zumindest kein juristisches Nachspiel zu geben.
Die US-Justiz will nach der Veröffentlichung von Millionen neuer Dokumente über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offenbar keine weiteren Anklagen in dem Fall erheben. Die von der Staatsanwaltschaft zuvor ausgeführte Überprüfung sei zu dem Schluss gekommen, "dass es keine solchen Informationen" für mögliche Anklagen gebe, sagte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche am Sonntag im Sender CNN. "Diese Überprüfung ist abgeschlossen", fügte Blanche im Sender ABC hinzu. Ihm zufolge wird nur noch eine kleine Anzahl von Dokumenten von einem Richter geprüft.
Die US-Regierung hatte am Freitag neue Akten veröffentlicht. Zu den mehr als drei Millionen Dokumenten, die am Wochenende online verfügbar gemacht wurden, gehörten E-Mails, Fotos und Videos. In dem Material tauchen erneut die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf, darunter US-Präsident Donald Trump, Tech-Milliardär Elon Musk, Microsoft-Gründer Bill Gates und der ehemalige britische Prinz Andrew.
Blanche hatte am Freitag gesagt, insgesamt habe das Justizministerium sechs Millionen Seiten gesammelt, nur gut die Hälfte habe aber mit Epstein zu tun. Damit sind laut einer Erklärung des Justizministeriums nun insgesamt "fast 3,5 Millionen Seiten veröffentlicht". Damit sei der Prozess abgeschlossen.
Der bis in höchste Kreise vernetzte Finanzberater und Millionär Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging der verurteilte Sexualstraftäter Suizid. Ihm wurde vor seinem Tod vorgeworfen, mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht zu haben.
Außer Epstein wurde nur seine Komplizin Ghislaine Maxwell im Zusammenhang mit seinen Verbrechen angeklagt. Die 63-Jährige war 2022 wegen Sexhandels mit Minderjährigen und weiterer Vergehen verurteilt worden und verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe. Opfer von Epstein haben kritisiert, dass ihre mutmaßlichen Täter trotz der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten "weiterhin versteckt und geschützt bleiben".