Politik

Einer von Obamas letzten Befehlen US-Luftwaffe tötet Dutzende IS-Kämpfer

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Der IS war Ende des Jahres aus Sirte vertrieben worden - hier sind Luftangriffe vom September zu sehen.

(Foto: AP)

Zwei Tage bevor Barack Obama sein Präsidentenamt abgibt, ordnet er noch einen Angriff auf die Terrormiliz IS in Libyen an. Tarnkappenbomber greifen IS-Kämpfer aus der Luft an. Dutzende von Ihnen werden getötet.

Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hat US-Präsident Barack Obama einen Luftangriff auf Stellungen der Dschihadistenmiliz IS in Libyen angeordnet: Am Mittwochabend hätten B-2-Tarnkappenbomber Lager der Dschihadisten nahe der früheren IS-Hochburg Sirte angegriffen und dabei "mehrere Dutzend" Kämpfer getötet, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums in Washington. Laut Verteidigungsminister Ashton Carter waren es möglicherweise 80 getötete Kämpfer. Darauf deuteten erste Lageberichte hin.

Bei dem Angriff seien auch Drahtzieher von Terroranschlägen in Europa getroffen worden, sagte der Minister weiter. Unter den Getöteten seien "Leute, die aktiv an der Planung von Operationen in Europa arbeiteten oder die mit Anschlägen, die es in Europa gegeben hat, in Verbindung standen".

Der Einsatz sei von Obama persönlich gebilligt worden und sei in Abstimmung mit der libyschen Einheitsregierung in Tripolis erfolgt, hieß es weiter vom Pentagon. Der Einsatz habe auf IS-Kämpfer abgezielt, die sich nach der Rückeroberung ihrer früheren Hochburg Sirte durch Regierungsverbände in die Lager außerhalb der Stadt zurückgezogen hätten, sagte der Pentagon-Sprecher.

Die angegriffenen IS-Kämpfer hätten Uniform und Waffen getragen. "Sie haben ein Sicherheitsrisiko für Libyen, die Region und die nationalen Interessen der USA dargestellt", sagte der Sprecher. Er wertete den Einsatz als "Erfolg". Zivile Opfer habe es nicht gegeben.

Sirte war das letzte größere vom IS kontrollierte Gebiet in Libyen. Die regierungstreuen Truppen hatten im Mai eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt gestartet und im Dezember offiziell die "Befreiung" der Stadt verkündet. Die US-Armee hatte die Regierungstruppen dabei unterstützt; ihren Einsatz in und um Sirte hatten die USA im Dezember für beendet erklärt.

Die Dschihadisten hatten sich 2014 in Sirte festgesetzt und die Stadt vor einem Jahr vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Extremistengruppe hatte dabei vom allgemeinen Chaos profitiert, das in Libyen seit dem Sturz und Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht.

Quelle: ntv.de, npa/AFP