Centcom "wachsam"US-Militär setzt Trumps iranische Hafen-Blockade um

In der Nacht greift das US-Militär erneut iranische Ziele an. Zudem wird die von Präsident Trump geforderte Seeblockade durchgesetzt - allerdings ohne die zunächst angedrohte Gebühr. Der Iran reagiert mit Luftangriffen in Kuwait und Bahrain.
Die US-Armee hat die vierte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen. Die neuerlichen Luftangriffe sollten "die iranischen Fähigkeiten weiter schwächen, die für Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus eingesetzt werden", erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom in der Nacht bei X.
Zudem habe das US-Militär die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder aufgenommen. Der Einsatz habe um 16 Uhr US-Ostküstenzeit (22 Uhr MESZ) begonnen, teilte Centcom mit. Derzeit seien "mehr als 20 Kriegsschiffe der US-Marine und hunderte Militärflugzeuge im gesamten Nahen Osten im Einsatz". Die amerikanischen Streitkräfte seien "wachsam, schlagkräftig und einsatzbereit", betonte das Regionalkommando.
Nach der neuerlichen US-Angriffswelle gegen den Iran ist Kuwait nach eigenen Angaben zum Ziel iranischer Drohnenangriffe geworden. "Die kuwaitische Luftabwehr wehrt derzeit feindliche Drohnenangriffe ab", erklärte die kuwaitische Armee in der Nacht. Sie sprach von einer "schändlichen iranischen Aggression".
In Bahrain wurde am frühen Mittwochmorgen Luftalarm ausgelöst, wie das Innenministerium in Manama mitteilte. "Bürger und Anwohner werden gebeten, Ruhe zu bewahren und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben", schrieb das Ministerium bei X. Der Iran hatte bereits in den vergangenen Tagen als Reaktion auf die US-Luftangriffe Ziele in Kuwait, Bahrain und anderen Golfstaaten angegriffen.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die erneute Seeblockade im Machtkampf mit Teheran um die strategisch wichtige Straße von Hormus verkündet. In einer überraschenden Kehrtwende verzichtete Trump am Dienstag allerdings auf eine 20-prozentige US-Gebühr auf solche Schiffsfracht. Stattdessen wolle er die Einnahmen durch Handelsabkommen mit den Golfstaaten erzielen, erklärte er. Der Iran hatte den USA kurz vor Inkrafttreten der neuerlichen Seeblockade vorgeworfen, dadurch das zwischen den beiden Ländern ausgehandelten Rahmenabkommen "demontiert" zu haben.
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni unter pakistanischer Vermittlung ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Teil der Einigung war eine "sichere und unentgeltliche Durchfahrt" durch die Straße von Hormus. Während kurz darauf mehr Schiffe die Meerenge durchquerten, kam es später zu Angriffen auf Frachtschiffe, die die USA dem Iran zuschreiben. Am Wochenende verkündeten die iranischen Revolutionsgarden dann erneut die Schließung der Straße von Hormus.
Der Iran hatte die für den weltweiten Öl- und Flüssiggas-Handel wichtige Meerenge bereits kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar größtenteils gesperrt. In der Folge waren die weltweiten Energiepreise in die Höhe geschnellt.