Politik

Reaktion auf Tanker-AttackeUS-Militär greift erneut im Iran an

28.06.2026, 00:30 Uhr
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Laut Centcom hatte der Iran am frühen Samstagmorgen erneut ein Frachtschiff attackiert. (Foto: REUTERS)

Die zweite Nacht in Folge greift das US-Militär Ziele im Iran an. Erneut soll es sich um einen Vergeltungsschlag handeln. Zuvor hatte es eine Attacke auf einen Tanker in der Straße von Hormus gegeben.

Die USA haben in der Nacht erneut Ziele im Iran angegriffen. Wie das zuständige US-Regionalkommando Centcom mitteilte, richteten sich die Attacken gegen "mehrere Ziele" im Land, getroffen worden seien "iranische militärische Überwachungseinrichtungen, Kommunikationssysteme, Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Mittel zur Minenverlegung". Die Angriffe erfolgten demnach als Reaktion auf einen erneuten iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff nahe der Straße von Hormus am frühen Morgen. Der US-Sender Fox-News meldet unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium, die Luftschläge seien inzwischen abgeschlossen.

Iranische Staatsmedien berichteten über mehrere Explosionen nahe der Stadt Sirik sowie auf der Insel Keschm an der Straße von Hormus. Dabei seien ein Sendeturm und ein Dorf getroffen worden. Centcom erklärte weiter, die Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus gehe ungeachtet der Angriffe weiter.

Hintergründe des Tanker-Angriffs unklar

Es ist der zweite US-Angriff auf den Iran seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern Mitte Juni. Schon in der vergangenen Nacht hatten die USA gemeldet, iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen aus der Luft angegriffen zu haben - als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag. Der Iran hatte zuvor gedroht, eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus sei nur auf festgelegten Routen gewährleistet.

Am Samstag hatte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO mitgeteilt, dass ein Frachtschiff von einem unbekannten Geschoss getroffen worden sei. Die genauen Hintergründe dieses Vorfalls blieben aber zunächst unklar. Laut Centcom handelte es sich bei dem Schiff um die unter panamaischer Flagge fahrende "Kiku". Der Tanker sei am Donnerstag in Katar ausgelaufen und auf dem Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate gewesen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf einen US-Beamten. Das Frachtschiff soll laut Centcom mit mehr als zwei Millionen Barrel Rohöl beladen gewesen sein.

Vor eineinhalb Wochen hatten Washington und Teheran ein Rahmenabkommen abgeschlossen, das unter anderem die Wiederöffnung der Meerenge vorsieht. Derzeit laufen Verhandlungen, die binnen 60 Tagen zum Abschluss einer endgültigen Vereinbarung führen sollen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa