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Vorräte für Waffen US-Militär will Seltene-Erden-Produkte horten

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Das Pentagon sucht Unternehmen, die einen Vorrat an Neodym-Eisen-Bor-Magneten anlegen.

(Foto: REUTERS)

Sie sind nötig für den Bau von Raketen und Kampfjets: Magneten, die aus Seltenen Erden hergestellt werden. Nun möchte das US-Verteidigungsministerium, dass Unternehmen große Vorräte davon anlegen. Dafür plant das Pentagon bereits Millionen Dollar ein.

Die USA treiben Bemühungen voran, ihre Versorgung mit den vor allem in Asien gewonnenen Seltenen Erden und daraus gefertigten Produkten zu sichern. Das Verteidigungsministerium will in großem Stil Vorräte an Magneten anlegen lassen, die aus den begehrten Metallen hergestellt und für den Bau von Raketen und F-35-Kampfjets benötigt werden. Das geht aus Plänen hervor, in die die Nachrichtenagentur Reuters Einsicht erhielt.

Demnach sucht das Pentagon Unternehmen, die einen sechsmonatigen Vorrat an Neodym-Eisen-Bor-Magneten anlegen und ihn für mindestens 30 Monate halten. Das Verteidigungsministerium plant für die Finanzierung des Programms zehn Millionen Dollar ein.

Gelder für die Förderung einer heimischen Produktion solcher Magnete sind demnach nicht vorgesehen. Kritiker bezeichnen den Schritt deshalb als kurzsichtig, weil mit den Lagerbeständen keine Unabhängigkeit von den vor allem in Asien ansässigen Produzenten der Bauteile erreicht wird. Der japanische Konzern Hitachi Metals hält die Patente für die Neodym-Magneten, die in großem Stil auch in China produziert werden. In den USA gibt es keine Hersteller.

China ist der weltgrößte Veredler Seltener Erden. Angesichts des Handelskonflikts mit den USA hatte die Pekinger Führung damit gedroht, die Ausfuhr der begehrten Materialien einzustellen. Unlängst hatte das US-Militär Pläne für die Finanzierung von Fabriken für die Verarbeitung von Seltenen Erden aufgestellt. Doch nach der Veredelung der Metalle müssen daraus noch Magneten gefertigt werden, damit sie in Elektronik, Präzisionswaffen und Kampfflugzeugen eingebaut werden können. Das US-Verteidigungsministerium war bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Quelle: ntv.de, ghö/rts