Kreml gibt sich ahnungslosUS-Militärflugzeug landet in Moskau - CIA-Direktor offenbar an Bord

Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang: Ein US-Militärflugzeug landet in Moskau. Wer sich an Bord befand? Offenbar der CIA-Direktor. Der Kreml gibt sich nebulös - sagt aber, dass kein Treffen mit Verhandlern aus Washington geplant sei.
Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist unbestätigten US-Medienberichten zufolge nach Moskau geflogen. Dort wolle er an Gesprächen teilnehmen, berichteten der Sender CBS News und das Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mit wem er konkret reden möchte, bleibt jedoch unklar.
Zuvor hatte der Flug einer US-amerikanischen Militärtransportmaschine von Riga nach Moskau Spekulationen ausgelöst. Die Route des Flugzeugs konnte über Flugverfolgungsportale beobachtet werden. Russische Medien berichteten unter Verweis auf Augenzeugen von der Sichtung einer Autokolonne mit diplomatischen Kennzeichen der USA nach der Ankunft in Moskau.
Das US-Militärflugzeug war nach Angaben des Flugbeobachtungsportals Flightradar 24 am Morgen vom Flughafen in Riga in Richtung des Moskauer Flughafens Wnukowo geflogen. Flightradar24 hatte die Landung auf der Website jedoch nicht bestätigt. Erst das russische Staatsmedium Tass machte dies. Dem Portal Flightradar24 war nicht zu entnehmen, wer sich an Bord der Boeing C-17 Globemaster III befand oder warum die Maschine nach Russland flog.
Laut "Axios" und CNN hatte die US-Seite vor Ratcliffes Besuch die Ukraine gebeten, ihre Angriffe auf Russland bis zur Abreise der US-Delegation auszusetzen. CNN zufolge sollten Drohnen- und Raketenangriffe auf Moskau und andere Städte im Norden Russlands von Montag bis Mittwoch eingestellt werden.
Der Kreml weiß von nichts
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wollte die Informationen nicht kommentieren und sagte bei seinem täglichen Pressebriefing, er "verfüge nicht über diese Information". Seitens der US-Regierung lagen keine Informationen zu der Angelegenheit vor. Der Flugzeugtyp wird üblicherweise vor allem für Diplomatenreisen genutzt. In den vergangenen Wochen war wiederholt die Möglichkeit einer Reise der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Russland erörtert worden, ohne dass ein Termin bestätigt wurde. Peskow sagte nun, dass in dieser Woche kein Treffen mit Vertretern der US-Regierung im Kreml vorgesehen sei.
Hintergrund für eine Reise Ratcliffes könnten neuerliche russische Drohungen mit einer Eskalation im seit 2022 währenden Krieg gegen die Ukraine sein. Kremlchef Wladimir Putin sprach am Samstag von der durch Kiew mit Angriffen auf das russische Hinterland geöffneten "Büchse der Pandora".
Militärflugzeuge könnten aber auch für den Austausch von Gefangenen genutzt werden. Russland und die USA hatten in der Vergangenheit mehrfach Gefangene ausgetauscht, Washington fordert immer die Rückkehr mehrerer Staatsbürger, die in Russland festgehalten werden.
Zudem hatte der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergej Naryschkin, bereits zuvor ein persönliches Treffen mit Ratcliffe nicht ausgeschlossen. Die Geheimdienstler führten seit 2025 mehrfach Telefongespräche. Ratcliffe wurde nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA.