Politik

Trump kondoliert auf Twitter US-Republikaner Cain an Covid-19 gestorben

Herman Cain wurde 74 Jahre alt.

Herman Cain wurde 74 Jahre alt.

(Foto: AP)

Herman Cain, Pizzakettenchef und Selfmademann, wollte vor acht Jahren Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden. Wegen Sex-Geschichten gab er auf. Gerade noch unterstützte er US-Präsident Trump bei dessen umstrittenen Wahlkampfveranstaltungen. Nun hat ihn das Coronavirus getötet.

Der frühere republikanische Präsidentschaftsbewerber Herman Cain ist infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Er wurde 74 Jahre alt, hieß es in einer Stellungnahme auf seiner Webseite. Cain hatte nach seiner Corona-Infektion Atembeschwerden und wurde demnach länger im Krankenhaus behandelt. Der konservative Sender Newsmax berichtete, Cain sei am 1. Juli nur zwei Tage nach einer Corona-Diagnose in ein Krankenhaus im Raum Atlanta eingeliefert worden.

Die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Kayleigh McEnany, schrieb auf Twitter, Amerika werde Cains "Vermächtnis von Anmut, Patriotismus und Glauben" nie vergessen. Cain sei eine Personifizierung des amerikanischen Traums gewesen. Der Geschäftsmann Cain hatte sich erfolglos um die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentenwahl im Jahr 2012 beworben. Nach Berichten über angebliche außereheliche Affären hatte der ehemalige Chef einer Pizzakette das Handtuch geworfen. Seither machte er mit seinem Blog immer wieder als politischer Kommentator von sich reden.

Trump soll Cain zeitweise auch als möglichen Kandidaten für das Direktorium der US-Notenbank in Erwägung gezogen haben. Im Vorfeld der Präsidentenwahl im November sollte Cain als Kommentator beim Sender Newsmax eine eigene wöchentliche Show moderieren. Cain hatte rund zehn Tage vor seiner Einlieferung ins Krankenhaus noch an einem Wahlkampfauftritt Trumps in Oklahoma teilgenommen, hatte dabei aber Berichten zufolge keinen Kontakt mit dem Präsidenten. Trumps Auftritt in einer geschlossenen Halle vor Tausenden Zuschauern war wegen der anhaltenden Corona-Pandemie und des Risikos möglicher Infektionen umstritten gewesen.

In den USA werden derzeit täglich gut 60.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes, in denen rund ein Drittel der US-Bevölkerung lebt. Insgesamt gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge inzwischen 4,4 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 150.000 damit verbundene Todesfälle.

Quelle: ntv.de, mau/dpa