US-Wahl 2020

Andere Regeln für Ex-Präsidenten Twitter könnte Trumps Account löschen

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Viele Tweets von Donald Trump sind auf Twitter derzeit hinter eine Warnschranke versteckt.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Donald Trump gehört zu den Zugpferden von Twitter: 88,5 Millionen Menschen folgen dem US-Präsidenten. Dessen grenzwertige Tweets bringen aber nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch jede Menge Ärger. Sollte er aus dem Weißen Haus ausziehen müssen, könnte es damit vorbei sein.

Die Sonderbehandlung von US-Präsident Donald Trump auf Twitter könnte mit dem Auszug aus dem Weißen Haus im Januar enden. Sobald er nicht mehr im Amt sei, werde er wie jeder andere normale Nutzer behandelt, hat das Unternehmen dem Nachrichtenportal Bloomberg bestätigt. Sollte Trump dann weiterhin Gewalt verherrlichen, falsche, rassistische oder gesundheitsschädliche Informationen verbreiten, könnten einzelne Tweets, aber schlimmstenfalls auch sein Account gelöscht werden.

Politiker in Amt und Würden müssen bei Verstößen gegen die Unternehmensrichtlinien auf Twitter in den allermeisten Fällen keine Konsequenzen fürchten. Das soziale Netzwerk ist der Meinung, dass Bürger ein Recht darauf haben, zu erfahren, wenn beispielsweise ihr Staats- oder Regierungschef damit droht, Gewalt anzuwenden. Seit einigen Monaten versieht Twitter solche Botschaften jedoch mit Warnhinweisen und schränkt ihre Verbreitung ein.

19 Warnhinweise in drei Tagen

Allein seit der Präsidentschaftswahl am vergangenen Dienstag hat Twitter im Fall von Trump gleich 19 Mal (Stand: Samstagnachmittag, 16.40 Uhr deutscher Zeit) eingegriffen. Wiederholt und völlig enthemmt hatte der US-Präsident angeblichen Wahlbetrug angeprangert, der ihn seine Wiederwahl kosten werde. In 16 Fällen entschied sich das Unternehmen deshalb dazu, die Tweets auszublenden. Stattdessen ist der Hinweis zu lesen, dass der Inhalt "umstritten oder möglicherweise irreführend" sei. Erst, wenn die Warnung weggeklickt wird, wird der Originaltweet angezeigt. Dieser kann nicht gelikt werden. Um die Weiterverbreitung einzuschränken, können andere Nutzer den Tweet zudem nicht kommentarlos teilen.

Genauso war das Unternehmen mit einem Tweet verfahren, der ebenfalls Wahlbetrug implizierte und den Trump kommentarlos weitergeleitet hatte. In einem weiteren Fall hatte Trump Siege in den Bundesstaaten Pennsylvania, Georgia und North Carolina für sich reklamiert. Diesen Tweet ergänzte Twitter um den Hinweis, dass noch kein offizielles Wahlergebnis vorliege. Die gleiche Anmerkung erhielt am Samstagnachmittag deutscher Zeit Trumps Behauptung, er habe die Wahl "deutlich" gewonnen. Am späten Samstagnachmittag hatten US-Medien seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden zum Wahlsieger erklärt.

Sollte Biden wie geplant am 20. Januar als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt werden, müsste Trump an diesem Tag das Weiße Haus verlassen. Ab diesem Zeitpunkt würden die gängigen Twitter-Regeln für ihn greifen. Das bedeutet, dass sein Account bei wiederholten Verstößen gegen die Unternehmensrichtlinien gesperrt oder suspendiert werden könnte. Bei einer gewissen Anzahl von Verstößen würde sein Account ultimativ gelöscht.

Quelle: ntv.de, chr