Politik

"Kampf bleibt schwierig" USA: Falludscha doch noch nicht befreit

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Noch immer kämpft die irakische Armee mit Unterstützung der USA gegen den Islamischen Staat in Falludscha.

(Foto: AP)

Vergangene Woche erklärt Iraks Regierungschef die IS-Hochburg Falludscha für befreit - doch nun widerspricht das Pentagon. Es sei erst ein Drittel der Stadt zurückerobert worden. Und noch immer sind Tausende Zivilisten eingeschlossen.

Die irakische IS-Hochburg Falludscha ist nach US-Angaben erst zu einem Drittel befreit. Das bestätigte das amerikanische Verteidigungsministerium. Irakische Regierungskräfte waren am vergangenen Freitag rund vier Wochen nach Beginn einer Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in das Zentrum der Stadt vorgedrungen. Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi hatte die Stadt danach für befreit erklärt. Er sprach lediglich von "Terrornestern".

Diese Darstellung kann angesichts der jetzt bestätigten Lage bezweifelt werden. "Ein Drittel der Stadt wurde von irakisch geführten Truppen eingenommen. Der Rest der Stadt bleibt umkämpft, wir werden die Regierung des Iraks im Kampf gegen den IS weiter unterstützen", erklärte ein Pentagon-Sprecher. "Dieser Kampf war und bleibt schwierig."

Derweil fliehen bei sengender Hitze immer mehr Bewohner aus der umkämpften irakischen Stadt. Zehntausende Menschen waren allein in der vergangenen Woche aus Falludscha geflohen, hatte der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC) am Sonntag erklärt. Angesichts der Wasserknappheit und schlechter Hygienebedingungen in den Flüchtlingslagern drohe eine humanitäre Katastrophe.

Tausende weitere Menschen sind nach Angaben von Hilfsorganisationen noch immer in Falludscha eingeschlossen. Darunter seien besonders hilfsbedürftige Menschen wie Alte, Kranke und Schwangere. Der IS hatte das nur 50 Kilometer westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad gelegene Falludscha 2014 unter seine Kontrolle gebracht. Die irakische Armee startete am 23. Mai eine groß angelegte Offensive zur Rückeroberung der Stadt.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP