Politik

Erster Schritt Richtung Frieden? USA beginnen Truppenabzug aus Afghanistan

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Hoffnung auf Frieden: Das Abkommen zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban soll zu innerafghanischen Friedensgesprächen führen.

(Foto: REUTERS)

Ende Februar unterzeichnen die USA nach langen Verhandlungen mit den Taliban ein Abkommen über Wege zum Frieden in Afghanistan. Nun beginnen die USA damit, ihren Part der Vereinbarung zu erfüllen: Sie ziehen einen Teil ihrer Truppen aus dem kriegsgebeutelten Land ab.

Die US-Streitkräfte haben nach dem USA-Taliban-Abkommen vor mehr als einer Woche ihren schrittweisen Abzug aus Afghanistan eingeleitet. Innerhalb der nächsten 135 Tage wolle man die Truppenstärke auf 8600 Mann reduzieren, teilte ein Sprecher der US-Streitkräfte mit. Sie seien aber weiterhin in der Lage, ihre Anti-Terror-Missionen gegen Al-Kaida oder die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fortzuführen, hieß es in der Mitteilung. Außerdem wolle man weiterhin die afghanischen Sicherheitskräfte unterstützen.

Ende Februar hatten die USA nach langen Verhandlungen mit den Taliban ein Abkommen über Wege zum Frieden in Afghanistan geschlossen. Es soll nach mehr als 18 Jahren Präsenz im Land einen stufenweisen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan einleiten und zu innerafghanischen Friedensgesprächen führen. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien abgeben, dass sie Al-Kaida und die IS-Miliz bekämpfen sowie Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung in Kabul beginnen.

Die USA haben aktuell zwischen 12.000 und 13.000 Soldaten in Afghanistan stationiert. Rund 8000 sind im Zuge der Nato-Ausbildungsmission "Resolute Support" (RS) im Land und bilden afghanische Sicherheitskräfte aus, die anderen unterstützen den Anti-Terror-Kampf im Land, oder beides.

Der afghanische Präsident Ashraf Ghani will Insidern zufolge noch in dieser Woche die Freilassung von mindestens 1000 Taliban-Kämpfern ankündigen und damit den Weg für direkte Friedensgespräche mit den Aufständischen ebnen. Es werde einen Erlass geben, der die Freilassung von älteren Taliban-Gefangenen vorsehe, sagten zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen. Die Taliban haben als Vorbedingung für Gespräche mit der Regierung gefordert, 5000 Gefangene auf freien Fuß zu setzen.

Quelle: ntv.de, hny/dpa/AFP