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Nach Trumps Ankündigung USA beginnen mit Truppenabzug aus Syrien

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Fahrzeuge des US-Militärs in Syrien.

REUTERS

Die USA machen ernst: Nach der Ankündigung von Präsident Trump beginnen die Truppen mit dem Abzug aus Syrien. Aus Sicherheitsgründen bleibt der genaue Zeitplan geheim. Der Transport von militärischem Material ist aber bereits im Gange.

Die US-geführte Militärkoalition in Syrien hat den Beginn des Abzugs aus dem Land bekannt gegeben. Aus Sicherheitsgründen würden keine Angaben zum Zeitplan, zu konkreten Orten oder Truppenbewegungen gemacht, erklärte ein Sprecher des Bündnisses. Zuvor hatte ein Vertreter aus dem US-Verteidigungsbereich berichtet, die USA hätten mit dem Abzug von militärischem Material aus dem Bürgerkriegsland begonnen.

US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor Weihnachten mit der Ankündigung überrascht, umgehend alle US-Soldaten aus dem Bürgerkriegsland abzuziehen, da der Kampf gegen den IS gewonnen sei. Aus Protest gegen die Ankündigung war Verteidigungsminister Jim Mattis zurückgetreten. Später schränkte Trump seine Ankündigung stark ein und erklärte, der Abzug solle "vorsichtig" und in "angemessenem Tempo" vollzogen werden.

Türkei bereitet weitere Offensive gegen Kurden-Miliz vor

US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Donnerstag in der Amerikanischen Universität Kairo, Trumps Entscheidung zum Abzug sei keine Änderung der Anti-Terror-Mission. "Wir bleiben der kompletten Zerstörung des IS, der von ihm ausgehenden Gefahr und aller radikalen Gruppen in all ihren Formen verbunden." Nach dem Verlassen der US-Soldaten in Syrien würden die Luftangriffe der US-geführten Militärkoalition weitergehen. Auch in Zukunft würden die USA ihren Verbündeten auf vielen Wegen zur Seite stehen. Zugleich forderte Pompeo aber auch von den Ländern der arabischen Welt mehr Engagement im Kampf gegen den Terror: "Wir bitten alle friedliebenden Nationen im Nahen Osten, neue Verantwortungen zu übernehmen, um den islamistischen Extremismus zu besiegen."

Die mit den USA alliierten Kurden in Nordsyrien fürchten durch den Truppenrückzug einen Angriff der Türkei. Ankara sieht die kurdischen Kämpfer als Terroristen und verlängerten Arm der kurdischen Arbeiterpartei PKK, die in der Türkei verboten ist. Seit Wochen verstärkt die Türkei ihre Präsenz an der Grenze zu Syrien für eine angekündigte Offensive. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete am Morgen von neuen Kriegsgerät-Lieferungen in die Region. Lastwagen mit Panzern an Bord seien auf dem Weg in die Grenzprovinzen Gaziantep und Sanliurfa gesichtet worden.

Präsident Erdogan hatte die Offensive im Dezember angekündigt, aber vorerst auf Eis gelegt, nachdem die USA ihren Truppenabzug aus Syrien angekündigt hatten. Am Donnerstag betonte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu in einem Interview des türkischen Senders NTV allerdings, dass die Türkei losschlagen werde, sollten die USA ihren Abzug zu lange hinauszögern. US-Außenminister Pompeo hatte jüngst gesagt, man wolle sicherstellen, "dass die Türken die Kurden nicht abschlachten".

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP/dpa

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