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"Alle Optionen" auf dem Tisch USA drohen Maduro mit Konsequenzen

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US-Außenminister Mike Pompeo sichert dem Interimspräsidenten Guaidó die Unterstützung seines Landes zu.

(Foto: imago/Xinhua)

In Venezuela ernennt sich der Oppositionspolitiker Guaidó zum Interimspräsidenten. Die US-Regierung erkennt ihn an. Gleichzeitig droht sie Staatschef Maduro mit ernsthaften Konsequenzen, sollte er nicht friedlich abdanken. Auch ein militärisches Eingreifen sei denkbar.

Nach der Anerkennung von Interimspräsident Juan Guaidó hat die US-Regierung Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro zu einer friedlichen Machtübergabe aufgefordert und andernfalls mit scharfen Konsequenzen gedroht. Das gelte ganz besonders für den Fall, sollte Maduro gegen Mitglieder des entmachteten Parlaments vorgehen.

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Ein hochranginger Regierungsvertreter in Washington sagte, die USA könnten ihre Wirtschaftssanktionen gegen die Maduro-Regierung drastisch verschärfen. In diesem Bereich habe man bislang "kaum an der Oberfläche" des Möglichen gekratzt. Auf die Frage, ob auch ein militärisches Vorgehen denkbar sei, sagte er: "Alles ist auf dem Tisch, alle Optionen." Jedenfalls hätten "Maduro und seine Kumpane" keine Zukunft. "So oder so sind ihre Tage gezählt."

Maduro reagierte derweil auf die Anerkennung Guaidós mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den USA. Das diplomatische Personal müsse innerhalb von 72 Stunden das Land verlassen, sagte Maduro am Nachmittag (Ortszeit).

"Wir haben viele Optionen für Venezuela"

"Ich werde weiterhin das volle Gewicht der wirtschaftlichen und diplomatischen Macht der Vereinigten Staaten nutzen, um auf die Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela zu drängen", teilte US-Präsident Trump in einer Mitteilung mit. Bereits im August 2017 hatte Trump gesagt: "Wir haben viele Optionen für Venezuela, einschließlich einer militärischen, falls nötig."

Derweil forderte US-Außenminister Mike Pompeo die Sicherheitskräfte in Venezuela auf, "die Demokratie zu unterstützen und alle Bürger Venezuelas zu schützen". Das Volk habe lange genug unter der "katastrophalen Diktatur" von Präsident Nicolás Maduro gelitten. In einer Mitteilung Pompeos hieß es, die USA seien bereit dazu, humanitäre Hilfe für die Menschen in Venezuela zu leisten, soweit die Bedingungen dies zuließen.

"Die neue Regierung Venezuelas trägt die Flamme der Demokratie im Auftrag Venezuelas. Die Vereinigten Staaten sichern Präsident Guaidó, der Nationalversammlung und dem Volk Venezuelas unsere anhaltende Unterstützung zu." Man werde eng mit dem Parlament zusammenarbeiten, um eine Rückkehr Venezuelas zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu unterstützen.

Militär unterstützt Maduro

Präsident Nicolás Maduro hatte sich vor zwei Wochen für seine zweite Amtszeit vereidigen lassen. Zahlreiche Staaten, internationale Organisationen und die Opposition erkennen ihn allerdings nicht als legitimen Präsidenten an, weil die Wahlen im vergangenen Jahr nicht demokratischen Standards entsprachen.

Trotz der Massenproteste im Land kann Maduro noch auf die Unterstützung der mächtigen Militärs setzen: Generäle sitzen an den wichtigen Schaltstellen der Macht, kontrollieren das Ölgeschäft, den Import von Lebensmitteln, Banken und Bergbaufirmen. Viele sollen in Korruption und kriminelle Geschäfte verwickelt sein. Unterstützt wird Maduro auch von seinen Verbündeten in Kuba, Bolivien und Nicaragua.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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