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Chinesen am Nordpol? USA fürchten Arktis-Ansprüche aus Peking

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Militärische Präsenz in der Polarregion: U-Boote der US-Navy patrouillieren in arktischen Gewässern.

(Foto: REUTERS)

Beim Treffen des Arktischen Rats schlägt US-Außenminister Pompeo unmissverständliche Töne an. China soll sich seinen Worten zufolge aus der Nordpolarregion heraushalten. Die Arktis, betont Trumps Mann für die Außenpolitik, sei kein "Ort der Gesetzlosigkeit".

US-Außenminister Mike Pompeo hat die Volksrepublik China vor unbegründeten Ansprüchen in der Arktis gewarnt. "Nur weil die Arktis ein Ort der Wildnis ist, bedeutet das nicht, dass sie zu einem Ort der Gesetzlosigkeit werden darf", sagte Pompeo in einer Rede im finnischen Rovaniemi. Dort nimmt der Chefdiplomat von US-Präsident Donald Trump an einem Treffen der Außenminister des Arktischen Rates teil.

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Erinnert China und Russland an die "Spielregeln": US-Außenminister Mike Pompeo in Rovaniemi.

(Foto: REUTERS)

Unter dem Eis der Arktis werden umfangreiche Bodenschätze vermutet. Die Region gewinnt zudem zunehmend auch strategische Bedeutung. Steigende Durchschnittstemperaturen machen auf absehbare Zeit die Nordostpassage von Asien Richtung Europa und umgekehrt für die Schifffahrt zugänglich. Unmittelbare Anrainerstaaten sind neben Kanada, Norwegen, Dänemark und Island vor allem die beiden Großmächte USA und Russland.

Die Region rund um den Nordpol werde mit den teils unentdeckten Ressourcen wie Öl und Gas immer stärker zu einem Gebiet der Machtansprüche und des Wettbewerbs, erklärte Pompeo. Darauf müssten sich die USA einstellen. Ausdrücklich erwähnte Pompeo dabei die Annexion der Krim und den Konflikt im Osten der Ukraine. Am Beispiel Ukraine habe man gesehen, dass Territorialansprüche mit Gewalt einhergehen könnten.

Vage Andeutungen aus Peking

Jeder müsse sich dabei an dieselben Spielregeln halten, warnte er. China habe zwar einen Beobachterstatus beim Arktischen Rat, sei aber mehr als 1500 Kilometer von der Region entfernt, sagte Pompeo. Chinas Aussage, es sei beinahe eine arktische Nation, sei deshalb falsch. "Es gibt nur arktische und nicht-arktische Staaten."

Nach seiner Rede wollte Pompeo mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zusammentreffen. Dabei wollte er Russland zum Rückzug seiner Kräfte aus Venezuela auffordern. Am Abend war ein Arbeitsessen der Außenminister des Arktischen Rates geplant, am Dienstag sollen die Minister dann eine Erklärung zum Ende des zweijährigen Ratsvorsitzes Finnlands unterzeichnen.

Die Finnen hatten den Vorsitz im Arktischen Rat 2017 von den USA übernommen und geben ihn nun an Island weiter. Weitere Mitglieder sind Kanada, Russland, Norwegen, Schweden und Dänemark, wobei die Dänen aufgrund der Zugehörigkeit Grönlands zum dänischen Staatsgebiet politische und wirtschaftliche Interessen in der Arktisregion vertreten.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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