Politik

Bitten aus Golfregion abgelehntUSA können wegen iranischer Bedrohung derzeit keine Ölschiffe eskortieren

12.03.2026, 15:51 Uhr
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Tanker warten vor der Küste Omans auf die Passage durch die Meerenge von Hormus. (Foto: REUTERS)

Präsident Trump verkündet großmundig, dass das US-Militär vom Iran bedrohten Öltankern Geleitschutz durch die Straße von Hormus geben könne. Daraufhin melden sich offenbar einige Golfländer in Washington - doch die US-Regierung macht einen Rückzieher.

Um den Ölpreisschock zu mildern, hatte US-Präsident Donald Trump Öltankern in der Straße von Hormus Geleitschutz in Aussicht gestellt - doch dies ist nach Angaben aus Washington derzeit unmöglich. US-Energieminister Chris Wright sagte, die US-Marine sei derzeit "nicht bereit", Tankschiffe zu eskortieren. Wright äußerte sich, nachdem bei einem Angriff auf zwei Öltanker vor der Küste des Irak mindestens ein Besatzungsmitglied getötet wurde und der Ölpreis erneut gestiegen war.

Wright sagte dem Sender CNBC, der Geleitschutz könne "jetzt noch nicht passieren. Wir sind einfach noch nicht bereit." Die US-Streitkräfte seien im Moment völlig darauf konzentriert, den Iran anzugreifen. Er nannte es aber "sehr wahrscheinlich", dass solche Eskorten bis Ende März stattfinden würden. Wright hatte am Dienstag auf X zunächst behauptet, die Marine habe einen ersten Öltanker erfolgreich eskortiert. Daraufhin gingen die Ölpreise weltweit auf Talfahrt. Kurze Zeit später löschte der Minister seinen Tweet jedoch, und das Weiße Haus dementierte die Angaben des 61-Jährigen.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat das US-Militär eine Reihe von Anfragen aus der Golfregion abgelehnt, Öltanker oder andere zivile Schiffe durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Mehrere Ölförderländer am Golf hätten um militärische Hilfe der USA gebeten, um ihre Ladungen durch die Wasserstraße zu transportieren, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Beamte dieser Länder.

Eine Eskorte sei derzeit jedoch nicht möglich, da der Iran nach wie vor in der Lage sei, Schiffe in der engen Meerenge anzugreifen, hätten US-Verteidigungsbeamte erklärt. Das Militär werde die Schiffe erst begleiten, wenn die Gefahr iranischer Angriffe nachgelassen habe, sagten sie dem Bericht zufolge.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten die Straße von Hormus nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar für geschlossen erklärt. Seitdem werden dort und in der Golfregion immer wieder Schiffe angegriffen. Die Meerenge ist ein Nadelöhr für den globalen Container- und Tankerverkehr. Rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggas-Produktion werden durch die Meerenge transportiert. Laut Schiffsmaklern sitzen aktuell mindestens 20 Tanker mit Flüssiggas (LNG) im Persischen Golf fest. Das entspricht laut dem Unternehmen Gaslog etwa der Hälfte der weltweit verfügbaren Flotte.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP

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