Politik

Zur Beruhigung der MärkteUSA lockern Sanktionen für iranisches Öl

21.03.2026, 03:51 Uhr
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Öl, das den Iran schon verlassen hat, soll ausgeliefert werden können. (Foto: picture alliance / SIPA)

Die USA versuchen, die steigenden Energiepreise in den Griff zu bekommen und lockern Sanktionen für Öl aus dem Iran. Ware, die bereits auf Schiffen verladen ist, darf in den nächsten Wochen ausgeliefert werden. Der Iran hatte das Vorhaben zuvor für zwecklos erklärt.

Die US-Regierung erlaubt vorübergehend die Lieferung und den Verkauf von iranischem Öl, das bereits auf Schiffe verladen wurde. Mit der Aufhebung von Sanktionen versuchen die USA, die weltweit steigenden Preise für den Rohstoff unter Kontrolle zu bekommen. Die Erlaubnis gilt nach Angaben des US-Finanzministeriums ab sofort bis zum 19. April für iranisches Öl, das vor dem 20. März auf Schiffe verladen wurde.

US-Finanzminister Scott Bessent teilte auf X mit, dass durch die Ausnahmeregelung rund 140 Millionen Barrel Öl auf die Weltmärkte gelangen. Die Lieferungen könnten Energieminister Chris Wright zufolge Asien innerhalb von drei oder vier Tagen erreichen. Die Maßnahme gilt bis zum 19. April. Regionen wie Kuba, Nordkorea und die Krim sind ausgenommen. China dürfte als größter Abnehmer von iranischem Öl der Hauptprofiteur sein. Bessent erklärte, der Iran werde jedoch Schwierigkeiten haben, auf die Einnahmen zuzugreifen. Washington werde den maximalen Druck auf das Land aufrechterhalten. Man wolle das iranische Öl gegen Teheran einsetzen, um den Preis niedrig zu halten, während die Militäroperation fortgesetzt werde, sagte der Minister.

China und Indien sind die wichtigsten Abnehmer des Rohstoffs aus dem Iran. Der Iran hatte am Freitag erklärt, das Land verfüge über keine Vorräte "auf See oder zur Versorgung der internationalen Märkte". Entsprechende Äußerungen von Bessent sollten "lediglich den Käufern Hoffnung machen".

Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, faktisch gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Die Blockade ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen. US-Präsident Donald Trump hat Länder, die auf Öltransporte über Wasserstraßen angewiesen sind, zur Unterstützung bei einer Sicherung der Schifffahrt aufgerufen. Die USA betrachteten das nicht als ihre Aufgabe, schrieb er am Freitag auf seiner Plattform Truth Social.

In der vergangenen Woche hatten die USA bereits die Sanktionen gegen Russland gelockert. Der Verkauf von russischem Rohöl und russischer Erdölprodukte, die vor dem 12. März auf Schiffe verladen wurden, ist demnach bis zum 11. April erlaubt. Die Ukraine und westliche Partner kritisierten den Schritt.  Am Mittwoch setzte die US-Regierung zudem ein Schifffahrtsgesetz für 60 Tage aus, sodass ausländische Schiffe Treibstoff zwischen US-Häfen transportieren dürfen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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