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Nordkoreas Annäherungspolitik USA reagieren auf Kims Gesprächsangebot

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Einerseits hat Nordkorea jüngste US-Sanktionen als "Kriegshandlung" verurteilt, andererseits hieß es, Machthaber Kim Jong Un sei zu Gesprächen mit den USA bereit.

(Foto: REUTERS)

Neue Sanktionen, neues Säbelrasseln: Trotz der harschen Worte im Konflikt um Nordkoreas Atomrüstung verkündet Südkorea plötzlich, dass Nordkorea mit den USA reden wolle. Das Weiße Haus reagiert verhalten.

Trotz der neuen Sanktionen ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nach südkoreanischen Angaben zu Gesprächen mit den USA über den Atomkonflikt bereit. Bei einem Treffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae In vor der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang bekräftigte Nordkoreas General Kim Yong Chol, sein Land habe "ausreichende Absichten", mit den USA ins Gespräch zu kommen. Das berichtete der Sprecher des Präsidialamtes in Seoul laut Nachrichtenagentur Yonhap.

Die nordkoreanische Delegation habe auch die Bereitschaft von Kim Jong Un übermittelt, seine Annäherungspolitik fortsetzen und die Beziehungen weiter verbessern zu wollen, hieß es. Unter welchen Umständen es in dem Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm zu Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea kommen könnte, blieb aber weiter unklar. Hohe Vertreter beider Seiten hielten sich zum Abschluss der Winterspiele in Südkorea auf.

Die USA reagierten verhalten auf das angebliche nordkoreanische Signal der Gesprächsbereitschaft. Die Regierung von Präsident Donald Trump wolle eine "völlige, verifizierbare und unumkehrbare" Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel erreichen, bekräftigte das Weiße Haus in einer schriftlichen Erklärung. "Wir werden sehen, ob Pjöngjangs heutige Botschaft, dass es zu Gesprächen bereit ist, ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Denuklearisierung ist". In der Zwischenzeit müssten die USA und die Welt weiter klar machen, "dass Nordkoreas Atom- und Raketenprogramme eine Sackgasse sind."

"Kriegerische Handlung"

Bei der Olympia-Schlussfeier saß der berüchtigte General aus Nordkorea schräg hinter der amerikanischen Präsidententochter Ivanka Trump auf der Ehrentribüne. Die enge Beraterin ihres Vaters saß in der ersten Reihe zwischen der südkoreanischen Präsidentengattin und der chinesischen Vizeministerpräsidentin Liu Yandong. Die Trump-Tochter vermied einen Kontakt mit dem früheren Geheimdienstchef aus Nordkorea, dessen Empfang in Südkorea Proteste ausgelöst hat.

Kurz zuvor hatte es noch scharfe Kritik aus Pjöngjang an den neuen Sanktionen der USA gehagelt. Jede Art von "Blockade" werde als "kriegerische Handlung" betrachtet, erklärte das Außenministerium. Die USA "laufen Amok, um eine neue dunkle Wolke der Konfrontation und des Krieges über die koreanische Halbinsel zu schicken". Nordkorea besitze Atomwaffen, um mit der Bedrohung durch die USA umzugehen.

Trump hatte am Freitag einseitige Sanktionen der USA verhängt. Er nannte sie die "heftigsten", die jemals verfügt worden seien. 55 Schiffe, Reedereien und Handelsunternehmen wurden mit Strafmaßnahmen belegt. Trump drohte auch mit einer nicht näher definierten "Phase zwei", sollten die Sanktionen nicht funktionieren. "Phase zwei wird eine sehr raue Angelegenheit werden. Das könnte sehr, sehr bedauerlich für die Welt sein", sagte Trump. Er denke aber nicht, dass er diese Karte spielen wolle. "Wir werden sehen."

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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