Reaktion auf GewaltUSA sanktionieren neun Schiffe der iranischen Schattenflotte

Wegen der gewalttätigen Niederschlagung der Proteste im Iran droht die US-Regierung zunächst mit einem militärischen Eingreifen. Davon lässt sie jedoch ab und setzt zunächst auf wirtschaftlichen Druck. Der trifft die Schattenflotte des Landes sowie Ölfirmen.
Die USA haben wegen der Tötung von Demonstranten im Iran neue Sanktionen gegen das Land verhängt. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen neun Schiffe der sogenannten Schattenflotte und acht zugehörige Firmen, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Die Schiffe und ihre Eigentümer oder Verwaltungsfirmen mit Sitz in Indien, im Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen iranisches Öl und Erdölprodukte im Wert von Hunderten Millionen Dollar auf ausländische Märkte transportiert haben. "Die heutigen Sanktionen zielen auf eine entscheidende Komponente, mit der der Iran die Mittel erwirtschaftet, die zur Unterdrückung des eigenen Volkes eingesetzt werden", sagte US-Finanzminister Scott Bessent.
Die jüngsten landesweiten Proteste im Iran hatten sich zu den Unruhen mit den meisten Toten seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 entwickelt. Aus iranischen Regierungskreisen verlautete, bei den Protesten seien mindestens 5000 Menschen getötet worden, darunter etwa 500 Angehörige der Sicherheitskräfte.
US-Präsident Donald Trump hatte der Regierung in Teheran mit einem Militärschlag gedroht, sollten festgenommene Demonstranten hingerichtet werden. Die iranische Justiz hatte angedeutet, dass Hinrichtungen wieder aufgenommen werden könnten. Zuvor hatte Trump der Führung in Teheran noch dafür gedankt, geplante Hinrichtungen ausgesetzt zu haben.
Inzwischen hat sich der Ton jedoch wieder verschärft. Das politische und geistliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, nannte Trump einen Verbrecher. Trump wiederum erklärte, es sei an der Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen. Die iranische Regierung machte für die Gewalt sogenannte Terroristen und ausländische Mächte verantwortlich.