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Verdacht auf Akustik-Attacken USA schrumpfen Botschaft in Havanna

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Auf den Fluren der US-Botschaft in Havanna wird es jetzt noch leerer.

(Foto: picture alliance / Ramon Espinos)

Mitarbeiter der US-Vertretung in Havanna melden rätselhafte Ohrenleiden, manche haben ihr Gehör verloren. Die USA vermuten dahinter gezielte Angriffe und verdächtigen Kuba. Die Botschaft, erst 2015 wieder eröffnet, arbeitet ab sofort mit Minimal-Belegschaft.

Wegen mysteriöser gesundheitlicher Probleme bei vielen Botschafts-Mitarbeitern in Havanna haben die USA das Personal in ihrer dortigen Vertretung auf ein Minimum reduziert. Das Außenministerium teilte mit, die Botschaft in der kubanischen Hauptstadt werde mit einer Minimal-Belegschaft weiterarbeiten, um die diplomatischen und konsularischen Kernaufgaben fortführen zu können. Die Vertretung werde zum "unbegleiteten Posten" erklärt, zu dem die Mitarbeiter künftig nicht mehr ihre Familien nachholen können.

Man wisse noch immer nicht, wer für die Attacken auf die Mitarbeiter verantwortlich sei. In US-Medien war von gezielten Akustik-Attacken auf die Diplomaten die Rede. Die Vereinigten Staaten zogen daraufhin bereits rund die Hälfte ihres Botschaftspersonals aus Havanna ab. Seit November 2016 waren 22 US-Diplomaten in Kuba an mysteriösen Ohrenleiden erkrankt. Einige der Betroffenen hätten dauerhaft ihr Gehör verloren, teilte das US-Außenministerium mit. Andere Symptome seien Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen gewesen.

Der Verband, der die Diplomaten vertritt, hatte erklärt, die Angriffe hätten leichte Schädel-Hirn-Traumata ausgelöst und permanenten Gehörverlust. Die USA reduzierten schon im September 2017 die Personalstärke in der Botschaft und machten Kuba für die Angriffe verantwortlich, das Land bestritt dies. Die kubanischen Behörden hatten nach eigenen Angaben keine Hinweise gefunden, dass US-Diplomaten Ziele von Akustik-Angriffen geworden sein könnten.

Die US-Botschaft in Havanna war erst 2015 wieder eröffnet worden, nachdem der damalige US-Präsident Barack Obama Ende 2014 eine Politik der Annäherung an den Karibikstaat eingeleitet hatte. Er hatte nach jahrzehntelanger Eiszeit die diplomatischen Beziehungen zu Kuba wiederaufgenommen.

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa/AFP

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