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Trump: "Wir testen eben mehr" USA sind neues Corona-Epizentrum

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Trump glaubt, die Epidemie sei schnell überwunden.

(Foto: AP)

Die Coronavirus-Pandemie hat sich von Asien über Europa in die USA verlagert. Die Zahl der Infektionen dort ist inzwischen so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Präsident Trump glaubt trotzdem an eine schnelle wirtschaftliche Erholung.

Lange hielt die US-Regierung das Coronavirus nicht für ein amerikanisches Problem, die Gefahr für überschätzt. Wie falsch sie lag, ist spätestens an diesem Donnerstag klar geworden. Bis zum Abend stieg die Gesamtzahl der Sars-CoV-2-Infektionen auf 81.578 entdeckte Fälle.

Damit haben die Vereinigten Staaten mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land. In China sind seit dem Ausbruch der Pandemie bisher 81.340 Infektionsfälle gezählt worden, Italien kommt auf 80.539.

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Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus erklärte Präsident Donald Trump, die hohe Zahl bestätigter Infektionen in den USA liege daran, dass im Land so viele Tests durchgeführt würden. In anderen Ländern wie China wisse man nicht, wie hoch die wirklichen Zahlen seien, behauptete Trump. Allerdings hatten die USA sehr viel später als China damit begonnen, in größerem Umfang Coronavirus-Tests durchzuführen. Über Wochen gab es zudem Probleme mit der Verfügbarkeit der erforderlichen Test-Kits.

Fachleute gehen tatsächlich davon aus, dass es insbesondere in den USA wesentlich mehr unentdeckte Infektionen gibt. Die Zahlen aus China, hinter denen mit Sicherheit auch eine gewisse Dunkelziffer steht, sind dagegen nach Einschätzung des deutschen Robert-Koch-Instituts zumindest ein verlässlicher Indikator zur Epidedemie-Entwicklung.

Arbeitslosenzahlen schnellen in die Höhe

Trump sagte weiter, der sprunghafte Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten infolge der Coronavirus-Epidemie sei nur vorübergehend. Sobald das Land den "unsichtbaren Feind", das Virus, besiegt habe, werde die Wirtschaft sich "sehr schnell" wieder erholen.

"Wir werden sehr stark wieder zurückkommen", versprach der Präsident. Zuvor hatte das US-Arbeitsministerium mitgeteilt, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis 21. März von 282.000 auf rund 3,3 Millionen angestiegen war. Es war der größte Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der größten Volkswirtschaft der Welt.

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In weiten Teilen der USA hat die rasante Ausbreitung des Coronavirus das öffentliche Leben fast zum Erliegen gebracht. Fast die Hälfte der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen nun von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen.

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Für die besonders arg gebeutelten Fluggesellschaften stellte Trump ein Rettungsprogramm in Aussicht. Dieses könnte neben Krediten und Direkthilfen auch Staatsbeteiligungen beinhalten. Die USA könnten es nicht zulassen, dass die Airlines wegen der Coronavirus-Epidemie Pleite gingen, sagte Trump.

Quelle: ntv.de, ino/dpa