Nach Schüssen in WashingtonUSA stoppen alle Asylverfahren

In der US-Hauptstadt Washington schießt ein Afghane auf zwei Nationalgardisten. Für die Trump-Regierung steht damit fest, dass jeder eingereiste Geflüchtete eine Gefahr darstellen kann. Asylgenehmigungen werden deshalb vorerst nicht mehr ausgegeben.
Nach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten in Washington hat die US-Einwanderungsbehörde USCIS verkündet, vorerst alle Asylentscheidungen auszusetzen. Dieser Stopp gelte, bis man sicherstellen könne, dass jeder Ausländer so gründlich wie möglich überprüft und kontrolliert werde, schrieb der Leiter der Behörde, Joseph Edlow, in sozialen Netzwerken.
US-Präsident Donald Trump hatte erst einen Tag zuvor einen vollständigen Aufnahmestopp der USA für alle Menschen aus "Dritte-Welt-Ländern" angekündigt. "Ich werde Migration aus allen Dritte-Welt-Ländern dauerhaft stoppen", schrieb er auf seiner Online-Plattform Truth Social. Auf welche Länder genau er sich bezieht und wie und wann er einen solchen Aufnahmestopp durchsetzen will, führte er nicht aus.
Die US-Einwanderungsbehörde hatte bereits kurz nach dem Vorfall auf Weisung Trumps hin angekündigt, die Green Cards "aller Ausländer aus allen problematischen Ländern" umfassend zu überprüfen. Eine "Green Card" erlaubt es ausländischen Staatsangehörigen, sich dauerhaft in den USA aufzuhalten und zu arbeiten. Betroffen von dem Schritt sind neben Afghanen auch Menschen aus 18 weiteren Ländern wie dem Iran, Libyen, Somalia, dem Jemen, Kuba und Venezuela.
Am Mittwoch waren zwei Nationalgardisten nur wenige Häuserblöcke vom Weißen Haus entfernt angeschossen worden. Eine Soldatin erlag Trump zufolge ihren Verletzungen, der zweite Nationalgardist kämpft demnach um sein Leben. Der mutmaßliche Täter - ein 2021 in die USA eingereister Afghane - wurde festgenommen. Das Motiv für die Tat ist unbekannt.
Trump bezeichnete Flüchtlinge nach dem Vorfall als Hauptgrund für gesellschaftliche Probleme in den USA. Menschenrechtler warnten davor, den Angriff politisch zu instrumentalisieren.