Politik

Vorschriften für Luftangriffe USA und Russland einigen sich auf Regeln

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Eine russische SU-27 wie sie auch in Syrien eingesetzt wird.

(Foto: AP)

Mehrfach kommen sich russische und westliche Flugzeuge in Syrien gefährlich nahe. Neue Regeln sollen das nun verhindern. Während die Piloten sich sicherer fühlen können, geht der Horror für die Zivilbevölkerung erst richtig los.

Amerikanische und russische Militärvertreter haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um Zusammenstöße bei ihren Luftangriffen in Syrien zu vermeiden. In der Absichtserklärung seien Regeln enthalten, an die sich Piloten und Besatzungsmitglieder halten müssten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington. Dies beinhalte auch, dass zwischen den Kampfjets ein "sicherer Abstand" eingehalten werden müsse.

Wie detailliert die Vereinbarung ist, sagte der Sprecher nicht. Russland habe darum gebeten, den Text nicht vollständig zu veröffentlichen. Eine von den USA geführte Koalition fliegt seit 2014 in Syrien Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Seit Ende September beschießen auch russische Kampfflugzeuge Ziele in dem Bürgerkriegsland - außerhalb der internationalen Koalition und, wie Kritiker bemängeln, mehrheitlich in Gebieten, in denen der IS gar nicht präsent ist.

Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow sagte in Moskau, der Text sei "präzise abgestimmt" worden. "Wir hoffen, dass dieses Dokument für die Luftstreitkräfte aller Länder der Anti-IS-Koalition gelten wird. Die USA haben sich verpflichtet, die Regeln an alle ihre Partner weiterzugeben, die in Syrien operieren", erklärte der Offizier nach Angaben der Agentur Interfax.

Neue Offensive löst Fluchtwelle aus

Cook zufolge gab es bislang eine "Handvoll" Fälle im Luftraum über Syrien, die Washington als unsicher einstufte. CNN berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Pentagon, dass ein russischer Kampfjet sich einem US-Flugzeug auf 150 Meter genähert habe. In einem weiteren Fall habe die Entfernung einer russischen Maschine zu zwei US-Maschinen weniger als 500 Meter betragen.

Die russischen Luftangriffe und eine davon profitierende Bodenoffensive des syrischen Regimes haben im Norden des Landes eine neue Massenflucht ausgelöst. Etwa 35.000 Menschen hätten ihre Heimatorte südlich der Stadt Aleppo verlassen, sagte eine Sprecherin des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA). Die Armee und ihre Verbündeten hatten vor einigen Tagen mit russischer Unterstützung einen Großangriff auf Rebellengebiete südlich von Aleppo begonnen. Regimegegner berichteten von dramatischen Zuständen.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts

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