Politik

Verdacht gegen Israel USA untersuchen Kugel nach Tod von Journalistin

imago0161904222h.jpg

Ein palästinensischer Polizist hängt am Freitag in Ramallah ein Porträt der getöteten Journalistin auf.

(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Nach den tödlichen Schüssen auf die Journalistin Abu Akleh lehnt Israel strafrechtliche Ermittlungen zu den Tätern ab. Die Palästinenser übergeben die Kugel nun an Forensiker aus den USA. Recherchen zeigen, dass die Al-Dschasira-Reporterin absichtlich getroffen worden sein könnte.

Im Fall der im Westjordanland getöteten Journalistin Schirin Abu Akleh hat die Palästinenserbehörde die Kugel an rechtsmedizinische Gutachter aus den USA übergeben. Der palästinensische Staatsanwalt Akram Al-Chatib teilte am Abend mit, die Kugel solle von den USA begutachtet und dann an die Palästinenserbehörde zurückgegeben werden. Der Behörde sei zugesichert worden, dass an der Kugel keine Änderungen vorgenommen würden.

Die palästinensische Journalistin Abu Akleh war am 11. Mai erschossen worden, als sie über einen israelischen Einsatz am Rande des palästinensischen Flüchtlingslagers in Dschenin im Westjordanland berichtete, einer Hochburg bewaffneter Palästinensergruppen.

Untersuchungen der Palästinenserbehörde und der UNO sowie Recherchen von Journalisten ergaben, dass sie durch einen Schuss des israelischen Militärs getötet wurde. Israel hatte zunächst militante Palästinenser beschuldigt, war später jedoch zurückgerudert. Die Herkunft des Schusses könne nicht mit Sicherheit bestimmt werden, hieß es dann. Eine Übergabe der Kugel an Israel hatte die Palästinenserbehörde von Beginn an abgelehnt.

Hinweise auf gezielte Tötungsabsicht

Der palästinensische Staatsanwalt war zuvor zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen wie nun die UN-Ermittler. Er warf dem israelischen Militär zudem vor, Abu Akleh absichtlich getötet zu haben. Eine Recherche des US-Nachrichtensenders CNN hatte ebenfalls auf eine Verantwortung der israelischen Armee für Abu Aklehs Tod und möglicherweise eine gezielte Tötungsabsicht hingewiesen. Die UN-Menschenrechtskommissarin forderte Israel auf, strafrechtliche Ermittlungen aufzunehmen. Die israelische Regierung hatte eine internationale Untersuchung von Abu Aklehs Tod abgelehnt.

Die erfahrene Journalistin des Senders Al-Dschasira, die auch die US-Staatsbürgerschaft besaß, hatte eine schusssichere Weste mit der Aufschrift "Presse" sowie einen Schutzhelm getragen. Ein weiterer Journalist wurde bei dem Einsatz durch Schüsse verletzt.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen