Politik

Gewaltsame Übernahme oder Kauf?USA wollen mit Dänemark über Grönlands Zukunft verhandeln

07.01.2026, 19:54 Uhr
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Grönland gehört zum EU- und Nato-Staat Dänemark, genießt aber weitreichende Autonomie. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Nimmt man Aussagen von Präsident Trump ernst, steht die Zukunft Grönlands - und damit wohl auch die der Nato - auf der Kippe. Die USA möchten sich die riesige Arktisinsel notfalls auch mit Gewalt einverleiben. Die eigenen internationalen Bündnisse sind dabei offenbar zweitrangig.

US-Außenminister Marco Rubio will sich in der kommenden Woche mit Vertretern Dänemarks treffen, um über die Grönland-Frage zu beraten. Vor der Presse erklärte Rubio zu der Frage, ob die USA bei ihrem Bestreben, die Insel zu übernehmen, einen Bruch der Nato riskieren würden: "Wenn der Präsident eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA feststellt, behält sich jeder Präsident vor, dieser mit militärischen Mitteln zu begegnen."

Nach Angaben des Weißen Hauses diskutiert US-Präsident Donald Trump aktuell "intensiv" mit seinem nationalen Sicherheitsteam darüber, Grönland von Dänemark zu kaufen. "Sein Team spricht derzeit darüber, wie ein potenzieller Kauf aussähe", sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. Trump sei überzeugt, dass ein Kauf Grönlands im Sicherheitsinteresse der USA sei.

Leavitt führte weiter aus, ein Kauf sei nach Trumps Ansicht "im besten Interesse der USA, um eine russische oder chinesische Aggression in der Arktisregion zu verhindern". Auf die Rückfrage, warum Trump ein militärisches Vorgehen gegen den Nato-Verbündeten Dänemark nicht ausschließe, antwortete seine Sprecherin: "So macht das dieser Präsident nicht. Für Präsident Trump liegen immer alle Optionen auf dem Tisch." Sie fügte hinzu: "Ich möchte nur sagen, dass für den Präsidenten die erste Option immer die Diplomatie gewesen ist."

Angriff in Caracas lässt Ängste wachsen

Trump hat zuletzt wiederholt erklärt, er wolle die strategisch wichtige und an Rohstoffen reiche Insel unter seine Kontrolle bringen. Dänemarks Außenminister Lars Lökke Rasmussen hatte nach eigenen Angaben angesichts der zunehmend bedrohlichen Aussagen von Trump und aus dessen Umfeld um ein Treffen mit US-Außenminister Rubio gebeten.

Nach dem US-Militärangriff auf Venezuela und der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro sind die Ängste bei westlichen Partnern der USA gewachsen, dass Trump es mit seinen Drohungen mit einer Einnahme des rohstoffreichen und geostrategisch günstig gelegenen Grönland ernst meinen könnte. Am Dienstag veröffentlichten mehrere Staatenlenker - darunter Bundeskanzler Friedrich Merz - eine Erklärung, in der sie Dänemark ihre Unterstützung zusicherten.

Grönland gehört zum EU- und Nato-Staat Dänemark, genießt aber weitreichende Autonomie. Umfragen zeigen, dass die große Mehrheit der nur 57.000 Einwohner der Arktis-Insel die völlige Unabhängigkeit von Dänemark wünscht. Sie zeigen aber auch, dass die Grönländer mehrheitlich eine Einverleibung der Insel durch die USA ablehnen.

Quelle: ntv.de, dsc/rts/AFP

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