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Schlappe für Farage Ukip-Chef scheitert - und tritt zurück

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Ukip-Chef Nigel Farage scheitert am konservativen Kandidaten.

(Foto: AP)

Sieg oder Rücktritt, lautete die Devise von Nigel Farage. Und er hält sich dran. Für seine Pleite macht er die schottischen Nationalisten verantwortlich - und das Wahlsystem.

Der Vorsitzende der europafeindlichen britischen Partei Ukip hat bei der Unterhauswahl den Sprung ins Parlament verpasst. Nigel Farage unterlag im Wahlkreis Thanet South mit 32 Prozent der Stimmen seinem konservativen Konkurrenten Craig Mackinlay, der auf 38 Prozent kam. Nach der Niederlage zog Farage die Konsequenzen und trat zurück.

Farage hatte angekündigt, im Falle einer Niederlage innerhalb von zehn Minuten als Parteichef zurückzutreten. Zudem habe der Europaabgeordnete angekündigt, dass dies sein letzter Versuch gewesen sei, ins britische Unterhaus einzuziehen, schreibt der "Guardian".

Nach seiner Niederlage sagte Farage, dass die Engländer soviel Angst vor den schottischen Nationalisten von der SNP gehabt hätten, dass sie lieber die Konservativen statt die Ukip gewählt hätten. Die Ukip nannte er die Partei "für Menschen unter 30, insbesondere für junge, arbeitende Frauen".

Kritik am Wahlsystem

Außerdem kritisierte Farage das strenge britische Mehrheitswahlsystem. Wie könne die schottische SNP 50 Prozent der Stimmen erhalten, aber fast 100 Prozent der Sitze in Schottland?, fragte er und fügte an: "Wie kann die Ukip an die drei Millionen Stimmen bekommen, aber nur einen Sitz?" Die Zeit für eine radikale Reform sei gekommen, so Farage, und die Ukip werde diese anführen.

Die rechtspopulistische Ukip fordert eine Begrenzung der Einwanderung und einen Austritt Großbritanniens aus der EU. Farage war ursprünglich Mitglied der konservativen Partei, trat jedoch aus, als diese den Vertrag von Maastricht mittrug. 1993 war er Gründungsmitglied der Ukip (UK Independence Party), der er seit 2010 vorsteht. Seit 1999 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments. Seit 2009 ist er Vorsitzender der dortigen rechtspopulistischen Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie.

Quelle: n-tv.de, mli

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