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Ex-Freundin hetzt gegen Markle Ukip-Chef trennt sich nach Rassismus-Eklat

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Markle, die afroamerikanische Wurzeln hat, wurde schon öfter Ziel rassistischer Angriffe.

(Foto: picture alliance / Alastair Gran)

Die britische Ukip steckt in der Krise - ein Skandal um die rassistische Beleidigung der Verlobten von Prinz Harry kommt da ungelegen. Und so trennt sich der Parteivorsitzende Bolton kurzerhand von der Frau, die sich zutiefst abwertend über Meghan Markle geäußert hat.

Nach ihren rassistischen Äußerungen über die Verlobte von Prinz Harry hat sich der Chef der britischen rechtspopulistischen Partei Ukip, Henry Bolton, von seiner Freundin getrennt. Die 25-jährige Jo Marney hatte in einer Serie von Textnachrichten an einen Freund die US-Schauspielerin Meghan Markle rassistisch beleidigt. Sie war dafür aus der Partei ausgeschlossen worden.

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Bolton hat sich nach eigenen Angaben von seiner 25-jährigen Freundin getrennt.

(Foto: picture alliance / Ben Birchall/)

Die Beziehung sei "offensichtlich ganz unvereinbar" mit seinem Amt, sagte der Ukip-Vorsitzende in einem ITV-Fernsehinterview. "Die romantische Seite unserer Beziehung ist zu Ende." Er werde die Familie seiner Ex-Freundin, die nun verstört sei, aber unterstützen. An Rücktritt, wie von einigen Parteimitgliedern gefordert, denke er nicht, betonte der 54-Jährige. Über seine Zukunft müsse nun die Partei entscheiden, erklärte Bolton in einem anderen Interview mit der BBC. Der Vater zweier Kinder hatte sich kürzlich von seiner Frau getrennt, um eine Beziehung mit Marney einzugehen, die sich in sozialen Netzwerken als Model, Schauspielerin, Journalistin und Brexit-Anhängerin bezeichnet.

Kritik aus der Partei

Nach Angaben der "Mail on Sunday" hatte sich Marney zutiefst abwertend über Markle und alle Menschen schwarzer Hautfarbe geäußert. Außerdem warnte sie davor, dass Markle den Weg für einen dunkelhäutigen König ebne. In einer Stellungnahme entschuldigte sich die 25-Jährige später für ihre "schockierende" Ausdrucksweise. Die Zitate seien allerdings aus dem Zusammenhang gerissen worden, erklärte sie.

Bolton wurde im September zum Chef der EU-feindlichen Partei gewählt - Ukip steckt in einer Krise und ist im Parlament nicht mehr vertreten. Das Verhalten Marneys stieß so auch bei Parteifreunden auf Kritik. Der Londoner Ukip-Stadtverordnete Peter Whittle sprach von "schändlichen Äußerungen". Marney müsse aus der Partei ausgeschlossen werden. Der Ukip-Europaabgeordnete Bill Etheridge erklärte nach Marneys Schmähungen, die Partei verschwende ihre Kräfte, "um Henrys Privatleben zu verteidigen". Bolton habe "nicht die Erfahrung, den politischen Grips", um die Partei zu führen. "Er muss gehen, er muss schnell gehen, er muss so leise wie möglich gehen", forderte Etheridge.

Markle, die am 19. Mai Prinz Harry heiraten wird, wurde schon mehrfach das Ziel rassistischer Kommentare in Großbritannien. Die US-Schauspielerin hat mütterlicherseits afroamerikanische Wurzeln. Sie und Prinz Harry hatten Ende November ihre Verlobung bekanntgegeben. Am 19. Mai wollen sie heiraten. Für ihre Ehe mit einem Spross des britischen Königshauses wird die geschiedene Kalifornierin ihren Beruf an den Nagel hängen, der Anglikanischen Kirche beitreten und die britische Staatsbürgerschaft annehmen.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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