Politik

"Wahrscheinlichkeit ist hoch" Ukraine befürchtet baldigen Angriff aus Belarus

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Lukaschenko stellte Putin sein Land bereits als Aufmarschgebiet zur Verfügung.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Der belarussische Machthaber Lukaschenko betont, dass keine Soldaten aus Belarus in der Ukraine kämpfen. Doch erneut wächst die Furcht vor einem Kriegseintritt des Landes. Ziel könnte der Westen der Ukraine sein.

Die Ukraine befürchtet einen Angriff auf die westliche Region Wolyn von Belarus aus. Das teilt das Präsidialamt unter Berufung auf das Militär mit. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch. Unklar bleibt, ob der Angriff durch russische Truppen von belarussischem Boden aus oder vom belarussischen Militär erfolgen könnte. Bislang konzentrierte sich der Einmarsch Russlands in die Ukraine auf den Norden, Süden und Osten des Landes.

Laut Medienberichten zieht Belarus an der Grenze Truppen zusammen. Ein ukrainischer Armeevertreter sagte der "Bild"-Zeitung: "Die Gefahr einer belarussischen Offensive in Richtung Wolyn wird als hoch eingeschätzt. Die ukrainischen Verteidigungskräfte sind bereit, zurückzuschlagen." In einer russischen Propagandasendung hieß es dem Bericht zufolge, die Ukraine tue alles, "um Belarus in die Spezialoperation hineinzuziehen". Bereits vor einer Woche hatte Belarus fünf Kampfgruppen an seiner südlichen Grenze zusammengezogen und dies mit der Sicherung gegen ukrainische Angriffe begründet.

An diesem Samstag verließen nach Angaben aus Minsk nun die letzten Diplomaten aus Belarus die Ukraine. Hintergrund seien zuletzt "unerträgliche Zustände" für die Belarussen in der Ukraine gewesen, sagte Igor Sokol, der bislang Botschafter in Kiew gewesen war. Er verwies etwa auf gesperrte Bankkonten.

Bahnmitarbeiter sollen Zugverbindungen gekappt haben

Die autoritär geführte Republik Belarus gilt als enger Verbündeter Russlands. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte jedoch wiederholt betont, dass keine belarussischen Soldaten in der Ukraine kämpften. Der immer wieder als "letzter Diktator Europas" kritisierte Politiker hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin allerdings sein Land als Aufmarschgebiet zur Verfügung gestellt. So flogen etwa russische Raketen von Belarus aus in Richtung Ukraine. Die Ukraine wirft dem Nachbarland schon länger vor, es plane den Kriegseintritt an der Seite Russlands.

Belarussische Bahnarbeiter sollen indes alle Schienenverbindungen zwischen Belarus und der Ukraine unterbrochen haben. Der Vorsitzende der ukrainischen Eisenbahnen, Olexander Kamyschin, dankte am Samstag den Kollegen in Belarus für die nicht näher beschriebene Aktion. "Mit dem heutigen Tag kann ich sagen, dass es keinen Bahnverkehr zwischen Belarus und der Ukraine gibt", wurde er von der Agentur Unian zitiert. Das würde bedeuten, dass russische Truppen in der Ukraine über diese Strecken weder Verstärkungen noch Nachschub erhalten. Auch ein Berater der belarussischen Oppositions-Ikone Swetlana Tichanowskaja hatte von der angeblichen Aktion berichtet.

Quelle: ntv.de, chl/rts/dpa

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