Politik

Selenskyj besucht Front Ukraine setzt in Donezk auf neue Einheiten und bekannte Kommandeure

26.08.2026, 17:35 Uhr
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Eine ukrainische Artilleriebrigade feuert in der Region Pokrowsk auf feindliche Stellungen. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Die Eroberung des Donbass ist das Hauptziel Russlands. Die ukrainische Armee erhöht nun die Truppenstärke in der umkämpften Region. Präsident Selenskyj besucht einen Frontsektor, wo die Ukraine in diesem Jahr Erfolge verzeichnen konnte.

Die Ukraine verstärkt die Front im östlichen Donezk, die unter starkem russischen Druck steht, mit zwei neuen Einheiten unter der Führung bekannter Kommandeure. Die neu geschaffenen Verbände werden von Denys Prokopenko, dem Kommandeur des Asow-Korps, und Andrij Bilezkyj, dem Kommandeur des Dritten Armeekorps, geleitet. Das schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Netzwerken zu einem Video, dass ihn bei einem Besuch in der Region Saporischschja zeigt.

Zuvor teilte der Staatschef mit, dass er Soldaten im Südosten des Landes besucht. Er sei gemeinsam mit Armeechef Mychailo Drapaty an der Front im Sektor Oleksandriwskyj, erklärte Selenskyj in Onlinediensten und veröffentlichte dazu ein Video, das die beiden im Gespräch mit Soldaten und bei dem Überreichen von Auszeichnungen zeigt. Der von Selenskyj besuchte Frontabschnitt liegt nahe der Kreuzungslinien der östlichen und der südlichen Front, an der Schnittstelle zwischen den Regionen Donezk, Saporischschja und Dnipropetrowsk.

Die ukrainische Armee hatte in der Region in diesem Jahr nach Angaben von Militäranalysten Gelände von den russischen Truppen zurückgewinnen können. So schrieb das in Washington ansässige Institute for the Study of War (ISW) am 13. August, dass die ukrainische Armee in dem Sektor und in der Nähe der Stadt Huljajpole seit Ende Januar nachweislich mindestens rund 627 Quadratkilometer befreit habe.

Insbesondere in der Region Dnipropetrowsk konnte die ukrainische Armee, die sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion verteidigt, eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr wieder kleinere Geländegewinne verzeichnen. Demnach eroberte sie mehr als zwei Dutzend Dörfer zurück. Insbesondere der Einsatz von Drohnen erlaubte es ihr, die Frontlinie stabil zu halten.

Selenskyj: Soldaten haben 35. Unabhängigkeitstag ermöglicht

Selenskyj sagte in dem von ihm veröffentlichten Video, er wolle mit dem Besuch seine "Dankbarkeit an die Kämpfer ausdrücken, dank denen die Ukraine den 35. Jahrestag ihrer wiedererlangten Unabhängigkeit" am 24. August 1991 feiern konnte. Der Präsident erklärte, er habe bei seinem Besuch darüber gesprochen, wie die Verteidigung der Ukraine verstärkt werden könne. Zu den Themen hätten die Versorgung über Drohnen gehört, die Artillerie, die direkte Finanzierung der Truppen und die Probleme von Desertierungen und der Verpflichtung neuer Rekruten. Laut einer Analyse auf Grundlage von Daten des ISW war der Frontverlauf im Juli stabil.

Russland hält weiterhin etwas mehr als 19 Prozent der Ukraine besetzt, einschließlich der annektierten Krim-Halbinsel und Teilen der industriellen Donbass-Region, die aber schon von der russischen Invasion im Februar 2022 von pro-russischen Separatisten gehalten worden waren. Die großen russischen Vorstöße erfolgten zumeist in den ersten Wochen der Invasion, die Geländegewinne danach konnten nur unter erheblichen Verlusten an Menschenleben erzielt werden. 

Quelle: ntv.de, lar/rts/AFP

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