Politik

"Deutliche Verschärfung"Ukrainische Einheit bei Pokrowsk veröffentlicht heiklen Frontbericht

06.02.2026, 13:49 Uhr
00:00 / 03:17
This-image-made-from-a-December-2025-video-provided-by-the-Ukrainian-Defense-Forces-shows-the-heavily-bombed-city-of-Myrnohrad-in-eastern-Ukraine-s-Donetsk-region
Aufnahme der Ruinen von Myrnohrad aus dem Dezember 2025. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Trotz heftigen Drucks und in die Stadt einrückender russischer Truppen halten die Ukrainer weiterhin Teile von Pokrowsk. Östlich davon, in Myrnohrad, wird die Situation laut einer dort kämpfenden Einheit derweil immer schlechter. Kiews Soldaten sind - wenn überhaupt - nur noch am Stadtrand aktiv.

Nach monatelangen schweren Kämpfen um die Stadt Myrnohrad östlich von Pokrowsk meldet die Ukrainer eine "deutliche Verschärfung der operativen Lage". Die Russen würden mit schwerem Gerät, insbesondere Artillerie, in den zentralen Teil der Stadt einrücken.

Die ukrainischen Einheiten konzentrieren den Angaben zufolge ihre Verteidigung hauptsächlich auf die nördlichen Stadtränder von Myrnohrad. Der dortige Druck durch die russischen Streitkräfte würde jedoch den Einsatz von Drohnen in der Stadt erheblich einschränken. "Gleichzeitig wird eine erhöhte Aktivität feindlicher Sturmgruppen an den östlichen Stadträndern festgestellt", heißt es in einer Mitteilung.

Dem 7. Schnellreaktionskorps der ukrainischen Luftlandetruppen zufolge wurden im Norden der Stadt Operationen durchgeführt, um zu verhindern, dass russische Truppen im Rücken der Ukrainer in Stellungen eindringen. Der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrsky sagt laut der Nachrichtenagentur Unian, man führe Maßnahmen zur Verbesserung der taktischen Lage der Truppen durch. "Eine zusätzliche Erschwernis ist der Einsatz von Langstreckendrohnen durch den Feind. Es wird ein Komplex von Anti-Drohnen-Maßnahmen eingesetzt. Die Lage bleibt schwierig."

Bericht: Kommandoposten verlegt

Das Medium Ukrainska Prawda berichtete vor einer Woche, dass die russischen Streitkräfte damit begonnen hätten, Kommandoposten nach Myrnohrad zu verlegen, was darauf hindeute, dass die Stadt zu einem früheren Zeitpunkt eingenommen worden sei. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) teilt mit, es habe in den letzten Wochen keine Hinweise darauf gefunden, dass es weiterhin Verteidigungsstellungen der ukrainischen Streitkräfte in dem Gebiet gibt.

Die ukrainische Truppengruppierung Ost spricht hingegen in einer aktuellen Mitteilung davon, dass "unsere Truppen in Myrnohrad ihre zugewiesenen Verteidigungslinien halten. Der Feind erhöht den Druck auf den nördlichen Teil der Stadt und versucht, schweres Gerät und Personal für weitere Angriffe aufzubauen".

Das ISW ging bereits vor einigen Wochen davon aus, dass sowohl Myrnohrad als auch Pokrowsk früher oder später vollständig von den russischen Invasoren eingenommen werden. Die Ukrainer verhindern die Eroberung von Pokrowsk bereits seit 2024 und haben der russischen Seite dort massive Verluste zugefügt. Nördliche Teile der Stadt befinden sich laut Angaben aus Kiew weiterhin unter Kontrolle.

Pokrowsk war einst ein wichtiger Logistik-Knotenpunkt für die ukrainische Armee. Ein schnelles Vorrücken der Russen nach Westen infolge einer möglichen Einnahme der Stadt wird nicht erwartet.

Quelle: ntv.de, rog

MilitärRusslandAngriff auf die UkraineKriege und KonflikteDonbass