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OSZE-Geiseln weiter vermisst Ukrainische Truppen stürmen Slawjansk

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Ukrainische Panzer positionieren sich vor Slawjansk.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

In den Rebellenhochburgen im Osten der Ukraine fließt weiter Blut im Kampf um Frieden und Freiheit. Die Einwohner der hart umkämpften Stadt Slawjansk bringen sich in Häuserkeller in Sicherheit. Über die festgesetzten OSZE-Beobachter gibt es widersprüchliche Angaben.

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Mit Kampfhubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen sind ukrainische Regierungseinheiten nahe der Separatistenhochburg Slawjansk erneut gegen prorussische Aktivisten vorgegangen. Die Sicherheitskräfte hätten Stellungen beschossen und Straßensperre n attackiert, berichteten Medien aus der Ex-Sowjetrepublik. Ein Separatistensprecher sagte, viele Zivilisten in Slawjansk hätten sich in Häuserkeller in Sicherheit gebracht. Ein anderer Teil, vor allem Frauen und Kinder, habe die Stadt mit Bussen verlassen.

Über die festgesetzten OSZE-Beobachter in der krisengeschüttelten Ostukraine gab es widersprüchliche Angaben. Der selbsternannte Bürgermeister von Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax: "Die OSZE-Beobachter, die wir festgehalten haben, sind frei". Ein Sprecher der moskautreuen Kräfte dementierte jedoch Berichte, denen zufolge sich die Teams bereits auf freien Fuß befänden. Auch ein Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sagte am Morgen dem ukrainischen TV-Sender Fünfter Kanal, er könne eine Freilassung nicht bestätigen.

Rebellen beklagen Verluste

In Donezk beklagten die Separatisten weitere Verluste. Sech s Aufständische seien bei dem Versuch getötet worden, die Leichen toter Kameraden vom Donezker Flughafen zu bergen, sagte der Separatisten-Führer Denis Puschilin. Obwohl es in der Bergarbeiterstadt zu keinen neuen Kämpfen kam, blieb die Lage am Flughafen angespannt. Auf einem Amateur-Video war zu sehen, wie ein Frachtflugzeug beim Start beschossen wurde und Täuschkörper abwarf, um den Angriff abzuwehren. Die Separatisten wollten einer Interfax-Meldung zufolge nun das Internationale Rote Kreuz bitten, die Leichen ihrer toten Kameraden vom Flughafen zu bergen.

Die Regierungstruppen erklärten laut Interfax, sie hätten zwei Angriffe der Aufständischen am Flughafen zurückgeschlagen. Es war unklar, ob es sich dabei um den Versuch der Separatisten handelte, die Leichen zu holen.

Auf dem Lenin-Platz im Stadtzentrum demonstrierten etwa 2000 Menschen mit russischen Fahnen und "Russland! Russland!"-Rufen für die selbst ernannte Volksrepublik Donezk. "Ich habe kein anderes Ziel, als das Donbass zu einem Teil Russlands zu machen", sagte deren Regierungschef Alexander Boroday mit Blick auf das Kohle- und Stahlrevier rund um die Millionenstadt. Vor der Residenz des reichsten Mannes der Ukraine, des Oligarchen Rinat Achmetow, errichteten die Aufständischen ebenso neue Barrikaden wie vor dem Hauptquartier der schwer bewaffneten, prorussischen Wostok-Miliz.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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