Politik

Rechtsextrem und völkisch Umfrage zeigt Gesinnung vieler AfD-Wähler

e2faa44ca0de10bfe452e2674faf06ff.jpg

Auschwitz eine Lüge? Immerhin 15 Prozent der AfD-Wähler vertreten diese Ansicht.

(Foto: REUTERS)

Wählen Menschen die AfD aus Protest? Oder ziehen die teils extrem rechten Positionen vieler Politiker der Partei sie an? Eine Forsa-Umfrage belegt: Rechtsextreme und völkische Einstellungen sind bei AfD-Wählern ähnlich stark ausgeprägt wie früher bei Anhängern von NPD, DVU und Republikanern.

Wähler der AfD stehen in hohem Maße rechtsextremen Positionen nahe. Das belegt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Die Demoskopen befragten vor dem AfD-Parteitag in Braunschweig insgesamt 2501 Wahlberechtigte.

Ein Vergleich mit Forsa-Untersuchungen aus den Jahren 1994 und 2000 zeigt zudem, dass sich die Einstellungen der heutigen AfD-Anhänger kaum von denen damaliger Anhänger der früheren rechtsradikalen Parteien NPD, DVU oder Republikaner unterscheiden.

Die Ergebnisse im Detail:

  • Nur eine Minderheit von 21 Prozent der Wahlberechtigten, die keine Präferenzen für die AfD hegen, meint, dass rechtsradikale Gruppen in dem einen oder anderen Punkt mit ihrer Meinung durchaus recht hätten. Unter AfD-Anhängern ist die übergroße Mehrheit (75 Prozent) davon überzeugt. Das entspricht dem Anteil der Anhänger der NPD, DVU oder Republikaner, die auch vor fast 20 Jahren dieser Ansicht waren.
  • Nur eine Minderheit der AfD-Anhänger glaubt heute wie auch schon die Anhänger früherer rechtsradikaler Parteien, dass rechtsextreme Gewalttaten in Deutschland in den letzten Jahren zugenommen hätten. Von den Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenz aber glaubt das (wie auch schon 2000) die große Mehrheit (77 Prozent).
  • Dass rechtsextreme Tendenzen in Deutschland eine ernsthafte Gefahr für das demokratische System sind, glauben 63 Prozent der Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenz, aber nur 20 Prozent der AfD-Anhänger.
  • Der Anteil der Wahlberechtigten ohne Präferenz für die AfD (bzw. früher für eine der anderen rechtsradikalen Gruppen), die die Zahl der Ausländer in Deutschland für zu hoch halten, ist seit 2000 trotz des großen Flüchtlingszustroms 2015 nur von 22 auf 25 Prozent angestiegen. Von den Anhängern der AfD aber glauben das heute mit 87 Prozent noch deutlich mehr als von den Anhängern der damaligen rechtsradikalen Parteien im Jahr 2000.
  • Dass Deutschland durch zu viele Ausländer in einem gefährlichen Maße "überfremdet" ist, glaubt nur eine Minderheit von 24 Prozent der Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenz, aber eine große Mehrheit der AfD-Anhänger (86 Prozent). Und dass die Kriminalität in Deutschland zum großen Teil von Ausländern ausgeht, glauben 81 Prozent der AfD-Anhänger, aber nur 25 Prozent der Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenz.
*Datenschutz

 

*Datenschutz

Die AfD-Anhänger zeichnen sich nicht nur durch eine Nähe zu rechtsradikalen Bewegungen und eine große Fremdenfeindlichkeit aus, sondern bei vielen ist auch völkisches Gedankengut weitverbreitet:

  • So sind, wie schon 1994 die Anhänger von NPD, DVU oder Republikanern, auch heute über 80 Prozent der AfD-Anhänger der Meinung, es werde Zeit, einen Schlussstrich unter den Nationalsozialismus und das Dritte Reich zu ziehen. Von den Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenz glauben das 2019 mit 42 Prozent weniger als 1994 mit 53 Prozent.
  • Dass "die Juden Geld von Deutschland kassiert" haben und es "damit jetzt genug" sei, glauben aktuell 29 Prozent der Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenz, aber 64 Prozent der AfD-Anhänger.
  • Dass Deutschland wieder einen "Führer" brauche, meinten 1994 15 Prozent der Wahlberechtigten ohne Präferenz für eine rechtsradikale Partei. 2019 ist dieser Anteil auf 7 Prozent gesunken. Doch von den AfD-Anhängern wünschen sich das immer noch 42 Prozent.
  • Das Ende des Zweiten Weltkrieges werten 65 Prozent der Wahlberechtigten ohne Präferenz für die AfD als Befreiung, aber nur 33 Prozent der AfD-Anhänger. Die Mehrheit der AfD-Anhänger sieht im Ende des Zweiten Weltkrieges eher eine Niederlage für Deutschland.
  • An die "Auschwitz-Lüge", also daran, dass es nur Propaganda der Siegermächte sei, dass die Nazis Millionen von Menschen umgebracht haben, glauben heute wie schon 1994 nur ganz wenige der Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenzen (2 bzw. 3 Prozent). Achtmal mehr AfD-Anhänger (15 Prozent) aber glauben heute noch, es handele sich bei den Morden der Nazis um Propaganda-Märchen der Siegermächte. Damit glauben aktuell doppelt so viele AfD-Anhänger wie Anhänger der NPD, DVU oder Republikaner 1994 an die "Auschwitz-Lüge".
  • Mit dem demokratischen System in Deutschland so wie es im Grundgesetz verankert ist, sind 30 Prozent der Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenz nicht zufrieden. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen: Von den Ostdeutschen sind 38, von den Westdeutschen nur 25 Prozent nicht zufrieden. Von den AfD-Anhängern aber lehnen drei Viertel (75 Prozent) sowohl in Ost- wie in Westdeutschland das demokratische System an sich ab.
  • Mit dem politischen System, so wie es derzeit funktioniert, sind 48 Prozent der Wahlberechtigten ohne AfD-Präferenz, aber deutlich mehr (87 Prozent) der AfD-Anhänger in Ost und West gleichermaßen unzufrieden.
*Datenschutz

 

*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de, jog

Mehr zum Thema