Politik

Wenn Salafisten missionieren Union kämpft gegen Gratis-Korane

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Salafisten, hier in Jordanien, vertreten eine besonders radikale Auslegung des Koran.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Radikalislamische Salafisten wollen 25 Millionen Koran-Exemplare in Fußgängerzonen deutscher Großstädte und über das Internet verteilen. Der Kopf hinter dem Projekt, Ibrahim Abou Nagie, ist ein berüchtigter Hassprediger. Die Union versucht nun, die "aggressive Aktion" zu stoppen.

Ibrahim Abou Nagie gilt beim Verfassungsschutz als einer der gefährlichsten Islamisten Deutschlands. Der Prediger will die Deutschen nicht nur zum Islam, sondern zum radikalen Salafismus bekehren. Eine Strömung des Islam, die als gilt. Mit seinem Projekt "Lies" zieht er nun wieder einmal das Interesse von Politik und Medien auf sich.

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So gibt sich der Hassprediger Ibrahim Abou Nagie bei seinen Videobotschaften im Internet.

Abou Nagies Plan: In Fußgängerzonen und über das Internet will er 25 Millionen Exemplare des Korans an deutsche Nicht-Muslime verteilen.

Die Union will die Aktion nun verhindern. Fraktionsvize Günter Krings sagte der "Rheinischen Post": "Wo immer dies möglich ist, muss diese aggressive Aktion gestoppt werden." Insbesondere vor Schulen sei das Verteilen des Korans nicht hinnehmbar. Wo es nicht zu verhindern sei, müsse es von den Behörden überwacht werden, damit Straf- und Ordnungsrecht eingehalten würden.

Prinzipiell hat Krings nichts gegen die Verbreitung religiöser Schriften. Es komme aber auf den Absender an, sagt er. "Die radikale Gruppe der Salafisten stört mit ihrem aggressiven Vorgehen den religiösen Frieden in unserem Land."

Belege dafür gibt es viele. So rief Abou Nagie in Videobotschaften im Internet schon zum Mord an Ungläubigen auf. Bundesinnenminsiter Hans-Peter Friedrich brandmarkte die Salafisten, von denen Tausende in Deutschland leben, als eine der größten Bedrohungen für die innere Sicherheit. "Salafisten streben eine völlige Umgestaltung des Staates, der Gesellschaft und unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung an", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Nicht alle Salafistischen Gruppen billigen den Kampf und Terror für ihre Ziele. Zuletzt prägte aber ein Salafist aus Frankreich das Bild der Strömung: der Serienmörder von Toulouse, .

Quelle: ntv.de, ieh/dpa

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