Politik

Union lehnt Vorschlag abSPD will Asylbewerbern mit Job Aufenthaltserlaubnis gewähren

28.02.2026, 05:32 Uhr
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"Wer hier arbeitet und sich integriert, darf nicht abgeschoben werden", sagte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf. (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Die SPD fordert, arbeitenden Asylbewerbern eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen – und kritisiert Kürzungen bei Integrationskursen. Arbeitgeber bräuchten Planungssicherheit. Die Union bleibt bei ihrer Ablehnung.

Die SPD will Asylbewerbern eine Aufenthaltserlaubnis gewähren, sobald sie einer Arbeit nachgehen - und dringt dabei auch auf eine Rückkehr zu kostenlosen Integrationskursen. "Die SPD kämpft daher gegen die Kürzungen bei den Integrationskursen und für den Grundsatz: Wer hier arbeitet und sich integriert, darf nicht abgeschoben werden", sagte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf der "Augsburger Allgemeinen".

Aller Fortschritt für gute Integration werde riskiert, wenn Menschen der Integrationskurs gestrichen werde und die Bleibeperspektive trotz Arbeit nicht gesichert sei, kritisierte der SPD-Politiker die Kürzungen des Bundesinnenministeriums bei Integrationskursen für Zuwanderer ohne dauerhafte Bleibeperspektive.

Arbeitgeber klagten über fehlende Planungssicherheit, wenn einem eingestellten Asylbewerber gleich wieder die Abschiebung drohe, warnte Klüssendorf. "Das ergibt für niemanden Sinn", betonte er.

Die Unionsfraktion lehnt jedoch eine dauerhafte Aufnahmegenehmigung für arbeitende Asylbewerber ab. "Arbeit schützt nicht vor Abschiebung", sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, der Zeitung. "Sonst könnten wir jeden Anspruch, den Rechtsstaat geordnet über die Einwanderung entscheiden zu lassen, getrost an den Nagel hängen", kritisierte der CDU-Politiker. Wer kein Recht auf Asyl habe, müsse ausreisen.

Dass Integrations- und Sprachkurse maßgeblich darüber entscheiden, ob internationale Fachkräfte in Deutschland Zugang zum Arbeitsmarkt finden, zeigt eine Umfrage von Babbel und Workeer. Rund ein Drittel der befragten Einwanderer bewirbt sich nicht, wenn sie glauben, das geforderte Deutschlevel nicht zu erfüllen. Selbst viele Personen mit B1- oder B2-Niveau, also dem Level, das viele Arbeitgeber offiziell verlangen, fühlen sich sprachlich nicht ausreichend vorbereitet. Der Eintritt in den Arbeitsmarkt scheitert laut Umfrage damit häufig schon vor dem eigentlichen Bewerbungsprozess, obwohl fachliche Qualifikationen vorhanden sind.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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