Politik

Proteste wegen Wirtschaftskrise Unruhen im Iran fordern erstes Opfer

2b413008ad7b6e744e01bb2518d22efa.jpg

Der Iran ächzt unter einer Wirtschaftskrise.

(Foto: REUTERS)

Eine akute Wirtschaftskrise hat den Iran fest im Griff, zum dritten Mal seit Jahresbeginn rollt eine massive Protestwelle durch das Land. Bei einer Kundgebung in Karadsch westlich der Hauptstadt Teheran wird nun ein Demonstrant erschossen.

Bei den jüngsten Unruhen im Iran hat es den ersten Todesfall gegeben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars kam ein Demonstrant in Karadsch westlich der Hauptstadt Teheran ums Leben. Auf ihn sei am Freitagabend aus einem fahrenden Auto heraus geschossen worden. Ein Anlass der Kundgebungen ist die Wirtschaftskrise, die durch die angekündigten US-Sanktionen gegen den Iran verstärkt wird.

Der Schütze sei weder ein Polizist noch ein Sicherheitsbeamter gewesen, hieß es. Die Behörden bestätigten den Fars-Bericht zunächst nicht. Über den getöteten Demonstranten gab es keine Informationen. Die gut vernetzte Agentur Fars berichtete weiter, dass in Karadsch und Umgebung mindestens 20 Demonstranten verhaftet worden seien. Die Kundgebungen seien diesmal mehr von Frauen als von Männern angeführt worden.

Am Vormittag hatte es Berichte gegeben, dass rund 500 Regimegegner eine Koranschule in der Nähe der Hauptstadt Teheran angegriffen hätten. Sie hätten die Schule verwüsten wollen und "sehr schlimme Slogans" gegen den Iran skandiert, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Schuldirektor. Demnach konnten die Kleriker die Türen rechtzeitig verbarrikadieren. Es habe keine Verletzten, aber Schäden am Gebäude gegeben. Die Polizei habe einige Angreifer festgenommen. Der Vorfall ereignete sich in der Koranschule Amir-Al-Momenin in der Kleinstadt Ischthtahard.

Wegen der akuten Wirtschaftskrise kommt es Berichten zufolge seit einigen Tagen in iranischen Städten zu Unruhen. Nach den Protesten zur Jahreswende und im Juni ist dies bereits die dritte Protestwelle. Sie richtet sich nicht nur gegen die Wirtschaftspolitik, sondern teilweise auch gegen den regierenden Klerus. Das Innenministerium bestätigte Berichte in sozialen Netzwerken über die Unruhen, sprach aber von kleineren Versammlungen. Auf Bildern und Videos sind auch heftige Zusammenstöße von Hunderten Demonstranten mit Ordnungskräften zu sehen. Eine unabhängige Überprüfung von Datum, Ort und Herkunft der Internetberichte ist jedoch nicht möglich.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

Mehr zum Thema