Politik

Videokonferenz zu Grenzöffnungen Urlaubsländer werben um deutsche Touristen

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Die Urlaubsländer in Südeuropa - hier Griechenland - hoffen auf deutsche Touristen in den Sommermonaten.

(Foto: imago images/ANE Edition)

Deutschland öffnet langsam seine Grenzen. Im Juni soll die weltweite Reisewarnung auslaufen. Ist der Sommerurlaub außerhalb des Landes also gerettet? Darüber wollen heute mehrere EU-Außenminister sprechen. Vertreter südlicher Urlaubsländer versprechen jetzt schon sichere Ferien.

Vor den Beratungen mehrerer europäischer Außenminister über Lockerungen von Corona-Reiserestriktionen haben die Regierungen beliebter Ferienländer für die Rückkehr deutscher Urlauber geworben. Griechenland habe sich in der Pandemie als sicheres Land für seine Bürger erwiesen, sagte Außenminister Nikos Dendias dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies wolle es nun auch für ausländische Gäste sein. Kroatiens Regierungschef Andrej Plenkovic sagte der "Welt", die Hotels und Strände seines Landes seien auf die Sommersaison "gut vorbereitet".

Bundesaußenminister Heiko Maas will in einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus den Urlaubsländern Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien über Lockerungen der Reiserestriktionen beraten. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" sagte der SPD-Politiker, es gebe bei der Bekämpfung der Pandemie in vielen Ländern positive Entwicklungen. Deshalb solle es nach dem 15. Juni "eigentlich" keine weltweiten Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt mehr geben. "Sondern wir wollen das ersetzen durch Reisehinweise, aus denen die Leute erkennen können: Wo kann man hinfahren? Ist es verantwortbar? Ist man willkommen? Und vor allem: Welche Regelungen gelten da?"

"Der Urlaub wird dieses Jahr nicht so sein, wie der, den man aus der Vergangenheit kennt", sagte Maas im ZDF-"Morgenmagazin". Die Corona-Pandemie sei noch nicht überwunden und man müsse Sicherheitsvorkehrungen schaffen für den Fall, dass die Infektionszahlen wieder steigen. Er hoffe aber sehr, dass der Sommerurlaub im europäischen Ausland möglich sein werde und sich dann auch "wie Urlaub anfühlt". Die Minister wollen laut Maas unter anderem über Einreisebestimmungen, Quarantäneregelungen und eine Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden sprechen.

In Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für Urlauber. Maas will sie danach schrittweise aufheben, soweit es keinen Rückschlag bei der Pandemie-Bekämpfung gibt - zuerst für europäische Länder. Grundlage der Beratungen sind die von der EU-Kommission vor wenigen Tagen vorgestellten Leitlinien für Tourismus in der Krise.

Nur noch Stichproben an den Grenzen

Am Wochenende hatte Deutschland mit der Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verordneten Kontrollen an den Grenzen zu den Nachbarländern begonnen. An dem Grundsatz, dass nur einreisen darf, wer zur Arbeit fährt oder einen anderen triftigen Grund geltend machen kann, hält die Bundesregierung zwar noch bis Mitte Juni fest. Es gibt aber nur noch stichprobenartige Überprüfungen.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß von der CDU, hatte zuvor gesagt, er sehe gute Chancen, dass die Bundesbürger die Sommerferien "nicht nur im Inland, sondern auch im europäischen Ausland verbringen können". Ziel sei es, dass wieder alle Länder in Europa bereist werden können, sagte Bareiß der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Man müsse aber sichergehen, dass man nicht zu früh starte. Er sei jedoch "überzeugt, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni Geschichte sein wird".

Frankreichs Staatssekretär für Tourismus, Jean-Baptiste Lemoyne, betonte vor der Videoschalte, er wünsche sich, dass zum Sommerbeginn am 21. Juni ein Maximum an Sehenswürdigkeiten im Land wieder Besucher empfangen könne. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie sei das vielleicht auch schon früher möglich, sagte er der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche". In Frankreich hatten am Wochenende erste Strände und touristische Ziele wieder geöffnet.

"Ziel ist freies und sicheres Reisen in der EU"

Griechenland Außenminister Dendias nannte die Videokonferenz mit Maas "sehr wichtig". Die Minister wollten über eine möglichst umfassende Koordinierung der Tourismuspolitik und eine schrittweise Aufhebung der Grenzkontrollen beraten. "Ziel ist es, das freie und sichere Reisen innerhalb der EU wiederherzustellen", sagte der griechische Chefdiplomat.

Sein Land kehre derzeit Schritt für Schritt zur Normalität zurück, sagte Dendias. Die Bewegungsfreiheit innerhalb Griechenlands werde wiederhergestellt, "unsere Hotels bereiten sich auf ihre Wiedereröffnung vor, unsere Strände sind wieder zugänglich und archäologische Stätten öffnen wieder für die Öffentlichkeit".

Der kroatische Ministerpräsident Plenkovic sagte, natürlich erwarte sein Land in diesem Sommer nicht die gleiche Anzahl von Touristen wie in den vergangenen Jahren. Die kroatischen Hotels, Ferienunterkünfte und Strände warteten derzeit jedoch nur auf den "Startschuss" für die Rückkehr ausländischer Touristen.

Angst vor unentdeckten Infektionen in Kroatien müssten Touristen keine haben, versicherte Plenkovic. Das gesamte Gesundheitssystem des Landes sei in Alarmbereitschaft gewesen. Derzeit würden in Kroatien neue Regeln für Cafés und Restaurants getestet. "Wir beobachten, wie das in der Praxis funktioniert. Und ich bin mir sicher, dass wir noch vor Beginn der Sommersaison viele gute praktische Erfahrungen sammeln werden", sagte Plenkovic.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP