Politik

War ein Terroranschlag geplant? Vater von Orly-Täter wieder frei

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Sicherheitskräfte zeigen am Flughafen Präsenz.

(Foto: picture alliance / Kamil Zihniog)

Nach dem Angriff auf dem Pariser Flughafen Orly ist der Vater des Täters wieder frei. Ein Bruder und ein Cousin des Angreifers Ziyed Ben Belgacem werden aber weiterhin von der Polizei gefragt. Die Behörden ermitteln derzeit, ob er einen Terroranschlag plante.

Die französischen Behörden haben die Verwandten des Paris-Orly Täters Ziyed Ben Belgacem verhört. Zunächst kam der Vater wieder auf freiem Fuß, am Abend auch der Bruder sowie ein Cousin. Die Leiche von Ziyed Ben Belgacem soll obduziert und dabei insbesondere geklärt werden, ob der Angreifer unter Drogeneinfluss stand. Weiterhin ermitteln die Behörden, ob er einen Terroranschlag plante.

Nicht religiöser Eifer, sondern Alkohol und Drogen hätten seinen Sohn zu seinen Taten getrieben, sagte Ben Belgachems Vater dem französischen Radiosender Europe 1. Der 39-Jährige sei "kein Terrorist" gewesen. "Er hat nie gebetet und er hat getrunken. So etwas passiert unter dem Einfluss von Alkohol und Cannabis."

Der mehrfach vorbestrafte Ziyed Ben Belgacem hatte am Samstagmorgen eine Soldatenpatrouille auf dem Flughafen Orly angegriffen. Nach Angaben von Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins attackierte er von hinten eine Soldatin, packte sie am Hals und hielt ihr einen Schrotrevolver an die Schläfe. Außerdem bedrohte er die beiden anderen Soldaten der Patrouille, die zunächst nicht das Feuer eröffnen konnten, weil der Angreifer die Soldatin als menschliches Schutzschild benutzte.

Heftiger Kampf mit Soldatin

Nach einem heftigen Kampf konnte der Angreifer das Sturmgewehr der Soldatin an sich reißen, bevor er schließlich von den beiden anderen Soldaten erschossen wurde. Die Ermittler vermuten ein terroristisches Motiv. Ben Belgacem hatte während der Attacke gerufen, er wolle durch "Allah" sterben. Vor dem Angriff in Orly hatte er bei einer Straßenkontrolle nördlich von Paris mit seinem Schrotrevolver auf Polizisten geschossen und einen Beamten leicht verletzt, außerdem die Gäste einer Bar bedroht und ein Auto geraubt.

Frankreich wurde seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge mit insgesamt 238 Toten getroffen. Seit der Anschlagsserie in Paris vom 13. November 2015 gilt in ganz Frankreich der Ausnahmezustand. Am 23. April und 7. Mai finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt - auch deshalb gilt im Land erhöhte Alarmbereitschaft.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa/AFP