Schleppende FreilassungVenezuela entlässt drei spanische Gefangene aus Haft

Trotz groß angekündigter Freilassungen sitzen in Venezuela noch immer Hunderte politische Gefangene in Haft. 116 Menschen sollen laut der Regierung in Freiheit sein, wie viele es tatsächlich sind, ist unklar. Spaniens Außenminister bestätigt nun die Haftentlassung dreier Spanier.
In Venezuela sind spanischen Angaben zufolge drei weitere Häftlinge mit spanischer Staatsbürgerschaft aus der Haft entlassen worden. In einem "zweiten, sehr wichtigen Schritt" seien drei Menschen spanisch-venezolanischer Staatsbürgerschaft freigelassen worden, sagte Spaniens Außenminister José Manuel Albares dem Sender Catalunya Ràdio. Am Vortag hatte die venezolanische Regierung die Freilassung von 116 politischen Gefangenen bekanntgegeben. Laut dem Ministerium für Strafvollzugsangelegenheiten waren Häftlinge freigelassen worden, die aufgrund von "Störungen der verfassungsmäßigen Ordnung und der Stabilität der Nation" inhaftiert gewesen waren.
Die venezolanische Opposition und Menschenrechtsgruppen gingen allerdings von deutlich weniger Freilassungen aus: Die Nichtregierungsorganisation Foro Penal, die sich für politische Gefangene einsetzt, berichtete von lediglich 24 aus der Haft entlassenen Menschen am Montagmorgen.
Die Freilassung politischer Gefangener in Venezuela hatte am Donnerstag begonnen. Die Maßnahme erfolgt auf Druck von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte nach der Gefangennahme des linksnationalistischen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro bei einem US-Militärangriff auf Venezuela am 3. Januar verkündet, nun selber "die Kontrolle" über das südamerikanische Land auszuüben.
Viele Familien warten derzeit vor venezolanischen Gefängnissen auf die Freilassung ihrer Angehörigen. Nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen sind in dem Land zwischen 800 und 1200 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert. Noch Ende des vergangenen Jahres waren unter der Regierung Maduros mehrere Oppositionelle inhaftiert worden.