Politik

Kritik von Maas Venezuela weist deutschen Botschafter aus

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Deutschlands Botschafter Kriener muss Venezuela verlassen.

(Foto: imago/Agencia EFE)

Venezuela steckt tief in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Dem deutschen Botschafter wirft das Land nun vor, sich in innere Angelegenheiten eingemischt zu haben. Er wird aufgefordert, das Land innerhalb von zwei Tagen zu verlassen.

Die venezolanische Regierung weist den deutschen Botschafter in Caracas aus. Er müsse das Land innerhalb von 48 Stunden verlassen, teilte das Außenministerium mit. Da er sich in interne Angelegenheiten des Landes eingemischt habe, sei er zur unerwünschten Person erklärt worden. Bundesaußenminister Haiko Maas sagte, man habe die Entscheidung "zur Kenntnis genommen". Er habe, "unseren Botschafter zu Konsultationen zurück nach Hause zu rufen", sagte der SPD-Politiker weiter. Der Botschafter Daniel Kriener ist erst seit vergangenem Jahr in Venezuela.

"Venezuela sieht es als inakzeptabel an, dass ein ausländischer Diplomat sich in seinem Territorium eher wie ein politischer Führer verhält, in Übereinstimmung mit der Verschwörungsagenda der extremistischen Sektoren der venezolanischen Opposition", hieß es in der Erklärung des Außenministeriums. "Venezuela ist frei und unabhängig. Deshalb sind Handlungen von diplomatischen Vertretern, die eine Einmischung in die Angelegenheiten des Volkes und der Regierung darstellen, nicht erlaubt."

Botschafter Kriener hatte zu Wochenbeginn mit anderen Diplomaten aus Europa, Lateinamerika und den USA den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó am Hauptstadtflughafen Maiquetía erwartet. Damit wollten sie offenbar verhindern, dass der Oppositionsführer bei seiner Rückkehr ins Land festgenommen wird. "Wir wollen helfen und unterstützen, dass er sicher zurückkehrt", hatte Kriener im Fernsehsender NTN24 gesagt.

Guaidós Rückkehr nach Venezuela sei "ein Schritt hin zu einem politischen und friedlichen Prozess zur Überwindung der Krise in Venezuela", twitterte die Deutsche Botschaft in Caracas. Guaidó bedankte sich später für die Unterstützung der Diplomaten. Die Ausweisung nannte Maas nun "eine unverständliche Entscheidung". Die europäische Unterstützung für Juan Guaidó sei ungebrochen. "Botschafter Kriener leistet in Caracas, auch gerade in den letzten Tagen, hervorragende Arbeit."

Erbitterter Machtkampf

In dem südamerikanischen Land tobt seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó. Der junge Abgeordnete hatte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten erklärt und den Staatschef damit offen herausgefordert. Zahlreiche Staaten, darunter auch Deutschland, haben Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt. 

Zuletzt scheiterte sein Versuch, Hilfsgüter von Kolumbien und Brasilien aus nach Venezuela zu bringen. An den Grenzübergängen kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und Sicherheitskräften. Dabei wurden mehrere Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Das ölreichste Land der Welt leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann Venezuela kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs für die Not leidende Bevölkerung einführen. Viele Menschen hungern, über drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/dpa